Lukas Kircher von C3 16.02.2015, 08:00 Uhr

"Content Marketing ist mehr als ein Hype"

Content Marketing war einer der großen Trends 2014. Wie der neue Content-Riese C3 das Thema sieht und was eine Digitalagentur Advertisern bieten muss, erklärt Geschäftsführer Lukas Kircher.
Lukas Kircher, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter bei C3
(Quelle: C3)
Wie unterscheidet sich C3 von anderen Digitalagenturen?
Lukas Kircher: Bei uns gibt es eine enge Verzahnung der einzelnen Gewerke, die ein Unternehmen braucht. Dabei dreht sich aber immer alles um unser content-strategisches Profil. Wir sind also eine Digitalagentur, aber wir können Content. Wir sind eine Marketingagentur, aber wir können Content. Wir erledigen PR-Aufgaben, aber wir lösen sie mit Content. Genau da liegt die Unterscheidung zu den klassisch aufgestellten Agenturen. Digital gibt es großartige Agenturen, aber es gibt keine, die in dem Umfang und mit dem Schwerpunkt Content macht.
Content und Redaktion auf der einen Seite, Technologie und Daten auf der anderen. Sind das Merkmale, die eine Digitalagentur heute haben muss?
Kircher: Eine solche Aufstellung ist sicher nicht für jede Digitalagentur richtig. Es ist für uns die richtige Strategie, da wir auf neue Herausforderungen bei unseren Kunden abzielen. Werbungtreibende haben eine Social Media Agentur, eine Agentur, die Web-Plattformen konzipiert und baut, eine Agentur, die sich um SEO oder Social kümmert und so weiter. Je wichtiger das Thema Content wird, umso schwieriger wird es all diese unterschiedlichen Dienstleister in einer Content-Strategie hin zu synchronisieren. Das ist nun unser spezieller Ansatz.
Wir sind eine Art eine integrierte Agentur, die Marketing, Corporate Communication, Webplattformen, Backend Softwareentwicklung, Community Management etc. anbietet, gleichzeitig aber als Content-Spezialist in der Lage ist, all die Bereiche über eine darüber liegende Content-Strategie komplett zu verzahnen. Unserer Meinung nach muss ein moderne, Content getrieben Kommunikation drei Kernqualitäten haben. Content, Marke, und Technologie. Wenn man diese Aspekte als Dienstleister zusammenbringen kann, rennt man offene Türen ein.
Der Markt neigt im Moment zu Konsolidierungen. Kunden reagieren dabei oft skeptisch und fürchten etwa die Zusammenführung ihrer Daten zum Wohl des Wettbewerbers. Wie argumentieren Sie hier?
Kircher: Zum einen ist es so, dass es beim Kundenportfolio von KircherBurkhardt und BurdaCreative kaum Überschneidungen bei der Zusammenlegung gab. Durch die Fusion mit Burda Creative sind wir jetzt auch im Lifestyle-Bereich stark, gerade haben wir beispielsweise Swarovski gewonnen. KircherBurkhardts Stärke lag bislang beispielsweise im Automobil-, Industrie- und Finanzbereich. Außerdem ist es im Moment so, dass sich der ganze digitale Bereich noch unglaublich schnell weiter entwickelt. Es ist noch lange nicht klar, mit welchen IT-Strategien man welches Problem angeht. Daher gewichten unsere Kunden zurzeit das Thema Kompetenz höher als das Thema Konkurrenzausschluss. Natürlich gibt es No Go’s, die wir auch beachten. Aber es gibt auch Kunden, die eine bestmögliche digitale Content-Strategie haben wollen, umgesetzt von einem Partner, der das entsprechende Know-How hat. Erfahrung zählt zurzeit mehr.
Wie bewerten Sie den Begriff Content-Marketing inzwischen? Immer noch ein Hype-Thema?
Kircher: Das Thema ist von einem Hype in den letzten zwei Jahren zu einem erwachsenen Thema geworden, mit allen Nebenerscheinungen, etwa Aussagen wie 'Kann ich nicht mehr hören'. Es ist ja auch nur ein Symptom für eine größere Entwicklung. Kommunikation sucht Mittel und Formate, die Menschen freiwillig konsumieren, da sie sie inspirieren oder interessieren. Die Wichtigkeit des Themas müssen wir unseren Kunden nicht mehr vermitteln. Viele wollen direkt mit der Problemlösung und einem konkreten Projekt starten. Das wäre uns vor ein, zwei Jahren nicht passiert. Damals wurde das Thema in der Branche oft mit 'alter Wein in neuen Schläuchen' bewertet. Eine Aussage, die man trifft, wenn man Angst hat, dass da etwas kommt, was Gewohnheiten verändern könnte. Es ist klar geworden, dass es mehr als ein Hype-Begriff ist.

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