PS: I Love You 25.01.2016, 08:15 Uhr

Der erste Growth Hack der Geschichte

Der erste Growth Hack der Geschichte feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag. INTERNET WORLD Business gratuliert und wirft einen Blick in die Geschichtsbücher.
1996: der erste Growth Hack in der Marketing-Geschichte.
(Quelle: Thenextweb.com/Screenshot)
Wie so oft in der digitalen Welt beschäftigten sich zunächst Entwickler und Marketing-Manager in den USA mit Growth Hacking. Eine genaue Geburtsstunde gibt es nicht, doch es wird vermutet, dass der Begriff 2010 das erste Mal in der amerikanischen Wirtschaft verwendet worden ist. In Deutschland entwickelte sich Growth Hacking im vergangenen Jahr zu einem Marketing-Buzzword.

Der erste Growth Hack - oder: PS: I Love You.

Der erste Growth Hack der Geschichte, selbst wenn es die Wortkombination damals noch überhaupt nicht gab, führt zu Sabeer Bhatia und Jack Smith. Sie gründeten am 4. Juli 1996, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, den kostenlosen E-Mail-Dienst "Hotmail".
Ohne große Budgets in Werbung zu investieren, wuchs der Service rasant an und wurde, wie auch Adam Penenberg in seinem Buch "Viral Loop: From Facebook to Twitter, How todays´s smartest businesses grow themselves" beschreibt, ein Jahr später von Microsoft für 400 Millionen US-Dollar gekauft.

Ob Growth Hacking nur ein neues Buzzword oder doch eine erfolgsversprechende Strategie für Marketers ist, wird sich zeigen. INTERNET WORLD Business präsentiert die Twitter-Profile von 25 Wachstumsexperten.

Die ursprüngliche Schreibweise "HoTMaiL" nahm Bezug auf die textbasierte Auszeichnungssprache Hypertext Markup Language - oder kurz: HTML. In der ersten Stunde nach dem Launch des kostenlosen E-Mail-Dienstes, was vor 20 Jahren keine Selbstverständlichkeit war, hatten sich 100 Nutzer angemeldet. Nach einem Monat waren es 20.000. 
Doch den Investoren der Venture-Capital-Firma "Draper Fisher Jurvetson" war das noch nicht genug. Sie fragten die Gründer von Hotmail, ob es möglich sei, an das Ende jeder versendeten E-Mail einen kleinen Textschnipsel anzuhängen. Die Gründer bestätigtem dem Investor dies und letzterer wünschte sich den Satz: "PS: I love you. Get your free e-mail at Hotmail."

Der Durchbruch

Obwohl sich Bhatia und Smith zunächst wehrten, bauten sie die Textzeile letztendlich doch ein - mit Erfolg. Nach sechs Monaten hatte Hotmail eine Million Anwender. Fünf Wochen später waren es bereits zwei Millionen.
Das Erfolgskonzept hinter der Idee lässt sich in vier Punkte unterteilen:
  1. Der Dienst war kostenlos.
  2. Der Freund/Bekannte, von dem man die Mail empfangen hatte, nutzt den Dienst auch.
  3. Da die E-Mail angekommen ist, funktioniert der Dienst.
  4. Eine kostenlose E-Mail war zu dieser Zeit eine Seltenheit. Hotmail deckte eine Marktlücke.
Durch die automatische Integration des Satzes am E-Mail-Ende wurde jeder Nutzer zu einer kostenlosen Verkaufsperson für Hotmail. Und mit jedem neuen Nutzer wurde ein neues Netzwerk an potenziellen Kunden hinzugefügt.



Das könnte Sie auch interessieren