Werbeblockerfunktion 12.06.2017, 14:30 Uhr

VDZ ist gegen Googles Adblocker-Vorhaben im Chrome-Browser

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger kritisiert Google Vorhaben Werbeblockerfunktion in seinen Chrome-Browser zu integrieren. Google dürfe nicht den Standard für Werbung im Browser definieren.
(Quelle: shutterstock.com/Ilona_Koeleman)
Googles Absicht, eine Werbeblockerfunktion in seinen Chrome-Browser zu integrieren, sehen die Zeitschriftenverlage kritisch. "Nutzerfreundliche und effiziente Werbung wollen natürlich alle", sagte Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Google hatte angekündigt, ab 2018 solle der Browser nur noch Werbung anzeigen, die den Vorgaben der Coalition for Better Ads (Koalition für bessere Werbung) entspricht.

Zur "Coalition for better ads" gehören Google, Facebook, AppNexus oder die Verbände BVDW und IAB. Sie wollen bessere Online-Werbung schaffen und haben dafür untersucht, welche Desktop- und Mobile-Werbeformate beim Nutzer nicht gut ankommen.

Dadurch soll nicht jede Form von Werbung blockiert werden, sondern solche, die viele Nutzer als lästig empfinden. Viel zu oft begegne ihnen nervende Werbung, die einen zum Beispiel zwinge, zehn Sekunden zu warten, bevor der Inhalt der Seite zu sehen sei.
 "Google hat mit Chrome 60 Prozent Marktanteil. Im mobilen Markt sind es mit Android 88 Prozent - und da wird die Zukunft der Werbung spielen." Die Coalition for Better Ads, in der neben zahlreichen Verbänden und Unternehmen der Werbewirtschaft weltweit zum Beispiel auch die "Washington Post" und Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. Mitglieder sind, müsse sicherstellen, dass nicht Google den Standard definiert und durchsetzt. "Sonst macht man den Gatekeeper zum Entscheider darüber, wer welche Anzeigen schalten kann und damit Geld verdient", warnte Scherzer.




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