Kannibalisierung für AdWords-Keywords?
23.02.2016, 14:45 Uhr

Google schaltet Vergleichsportal Compare ab

Ein Angstgegner weniger für die Versicherungs- und Finanzbranche: Google schaltet in den USA und in England sein Vergleichsportal Compare ab. Der Grund dafür überrascht Marktbeobachter.
Start Anfang 2015 in den USA und UK: Google Compare
Das erst vor einem Jahr gestartete Vergleichsportal Google Compare wird zum 23. März vom Netz genommen, das berichten übereinstimmend verschiedene US-Medien.
In den USA und Großbritannien können Nutzer derzeit noch mit wenigen Mausklicks eine günstige Hausfinanzierung, eine Reise-  oder Kfz-Versicherung finden - eine Option, die vor allem den Betreibern der einschlägigen Vergleichsportale, aber auch den Versicherungs- und Bankgesellschaften selbst Sorge bereitet.
Denn wann immer Google einen Dienst aufsetzt, der Nutzer zu Angeboten führt, entsteht schnell der Verdacht, dass die Suchmaschine im Ranking diesen eigenen Service Konkurrenzangeboten vorziehen könnte.

Mangelnde Kundenresonanz

Als Grund für das Ende von Compare zitiert das "Wall Street Journal" eine Mail, in der Google mangelnde Kundenresonanz einräumt. Der Service habe die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, heißt es. In Zukunft, so heißt es in der Mail, wolle sich Google stärker um den Ausbau seines AdWords-Geschäftes kümmern.
In dieser Bemerkung könnte der wahre Grund für das Compare-Ende verborgen sein: Keywords wie "Kfz-Versicherung" gehören zu den teuersten generischen Begriffen, auf die man bei AdWords buchen kann. Ein Klick kostet gern einmal zweistellige Euro-Beträge. Vielleicht treibt Google die Angst, dass Compare das Geschäft mit den teuersten AdWords-Keywords kannibalisieren könnte.
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