Expert Insights 03.12.2015, 08:10 Uhr

Suchoptimierung für mobile Rankings

Mobile Suchoptimierung wird immer wichtiger - und das nicht erst seit dem Google-Update. Doch wie vermeidet man beliebte Mobile-Fehler und welche Ranking-Faktoren spielen mobil die größte Rolle?
Marcus Tober, CTO von Searchmetrics
Mehr Suchanfragen über Mobilgeräte als über Desktops: Diese Google-Mitteilung sorgte im Mai 2015 für Aufsehen. Das Netz wird zunehmend mobil - aus SEO- und Online-Marketing-Sicht ist die Optimierung von Inhalten sowie technischen Voraussetzungen für Mobilgeräte essenziell. Spätestens seit dem Google Mobile Update vom April 2015 werden nicht-mobilfreundliche Websites mit schlechteren Rankings "bestraft". Dabei erfordert die mobile Optimierung eine eigenständige Strategie, um auch bei mobilen Suchanfragen Top-Rankings erreichen zu können. Sollen langfristig Traffic und Conversions in der mobilen Suche gesichert beziehungsweise optimiert werden, müssen verschiedene Faktoren beachtet werden.

Häufige Mobile-Fehler vermeiden

Google versucht seit Jahren, die Qualität und Mobilfreundlichkeit von Websites zu verbessern. Der erste Schritt war im Dezember 2011 die Einführung eines speziellen Bots für die mobilen Suchergebnisse (Googlebot Mobile). Vorläufiger Höhepunkt dieser Maßnahmen war das Google Mobile Update im April 2015. Damit erhob Google die Mobilfreundlichkeit einer URL zum offiziellen Ranking-Signal.
Zwar sorgte das Update letztlich für weniger Turbulenzen in den Suchergebnissen, als der assoziierte Hashtag #Mobilegeddon vermuten ließ. Das lag jedoch auch daran, dass viele Websites schon vor dem Rollout des Mobile Updates ihre Seiten mobilfreundlich gemacht hatten. Jedoch gab es im direkten Datenvergleich der Rankings vor und nach dem Update teilweise sehr starke Visibility*-Verluste bei nicht-mobilfreundlichen Seiten in den  mobilen Suchergebnissen zu beobachten, während die Desktop-Visibility derselben Seiten weiterhin konstant blieb.
Der Trend, dass viele Seiten nun nachbessern und der Anteil mobilfreundlicher Ergebnisse in den SERPs stetig zunimmt, hält seitdem an. Und auch Google verbessert die Ergebnisse mithilfe von Machine Learning kontinuierlich weiter.
So ist beispielsweise unter den Top 100-Domains in Deutschland mit der höchsten SEO Visibility der Anteil der mobilfreundlichen Seiten seit dem Google Mobile Update um 14 Prozentpunkte gestiegen. Inzwischen sind 90 Prozent mobil-optimiert - es gibt also immer noch Spielraum für Ranking-Verbesserungen. Gemessen wurde hier die Mobilfreundlichkeit der jeweiligen Startseite mit dem Mobile-Friendly-Test von Google.
(Quelle: Searchmetrics)
Was Google unter Mobilfreundlichkeit versteht, ist unter anderem die Vermeidung einiger elementarer Fehler. Wenn der Text zu klein und daher ohne zu zoomen unmöglich oder nur sehr schwer lesbar ist, fehlt die Mobilfreundlichkeit. Ebenfalls sollten Links nicht zu eng beieinander liegen, weil somit die mobil per Touch übliche Navigation - im Gegensatz zur viel präzisieren Nutzung einer Maus - deutlich erschwert wird.
Ebenfalls gilt eine URL als nicht mobilfreundlich, wenn der mobile Darstellungsbereich nicht festgelegt ist und etwa der Inhalt breiter als der Bildschirm dargestellt wird. Ob die eigene Website bzw. die der Konkurrenz von Google als mobilfreundlich bewertet wird, lässt sich mit dem Mobile-Friendly-Test von Google in Sekundenschnelle überprüfen. Dabei erfolgt die Bewertung stets auf URL- und nicht auf Domain-Basis. Das heißt, eine Domain kann gleichzeitig mobil-unfreundliche und mobilfreundliche Seiten aufweisen - die dann von Google auch dementsprechend einzeln bewertet und gerankt werden.

Mobile Chancen für bessere Rankings nutzen

Wie man diese aktuellen Entwicklungen und Voraussetzungen für bessere Rankings nutzen kann, zeigt das Beispiel wissen.de. Zum Zeitpunkt des Google Mobile Updates war die Domain nicht mobilfreundlich. Verzeichnete wissen.de vor dem Update eine fast identische Visibility in den Suchkanälen Desktop und Mobile, ging es direkt nach dem Update für die Mobile Visibility (im Screen grün) deutlich bergab, sie lag von da an knapp 50 Prozent niedriger als die SEO Visibility für die Domain in den Desktop-Suchergebnissen (im Screen blau).
(Quelle: Searchmetrics)
Kurz: die mobile Sichtbarkeit der Seite bei Google hatte sich infolge des Google Updates halbiert. Damit liegt der Schluss nahe, dass sich auch der mobile Traffic deutlich verringert haben dürfte.
Mitte Juli reagierte die Knowledge-Plattform und stellte die eigene Seiten-Architektur auf ein responsives Format um. Diese Maßnahme von wissen.de hatte einen direkten Einfluss auf die Visibility der Seite in den mobilen Suchergebinssen.
(Quelle: Searchmetrics)
Im Vergleich von nicht-mobilfreundlicher (vorher) und mobilfreundlicher Seite (nachher) sind deutlich die viel zu kleinen Inhalte sowie ein Pop-Up zu erkennen, das den Content auch noch überlagerte - und sehr schwer wegzuklicken war. Inzwischen liegt die Mobile Visibility der optimierten Seite sogar 13 Prozent über der Desktop SEO Visibility. Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass wissen.de in den mobilen Rankings nun wiederum an Konkurrenten vorbeigezogen ist, die zwar in den Desktop-Suchergebnissen vorn liegen, jedoch nicht mobile-friendly sind.

Das könnte Sie auch interessieren