Expert Insights 22.12.2015, 08:10 Uhr

Marketing-Buzzwords - gekommen, um zu bleiben?

Viel Lärm um nichts? Was ist dran an den Marketing-Buzzwords, die in diesem Jahr zu Hauf durch die Branche schwirrten? In jedem Fall ist es wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Paco Panconcelli, Managing Director Quantcast Deutschland
Big Data, Smart Data, Marketing Automation, Programmatic Advertising, Content Marketing, Mobile First - Schlagworte wie diese schwirrten in diesem Jahr zu Hauf durch die Branche. Manche davon mögen unter die Kategorie "Viel Lärm um nichts fallen", manche davon aber sind essentiell für unser tägliches digitales Marketing-Geschäft.
Umso wichtiger, dass wir alle "die gleiche Sprache" sprechen und uns mit "Buzzwords" - ob sie sich nun im Sprachgebrauch etablieren, oder nicht - auseinandersetzen. Denn genau hier liegt die große Gefahr: Ein "Buzzword", vom englischen to buzz = herumschwirren, entsteht meist aus dem häufigen Gebrauch - quasi, weil es jeder nutzt. Aber wissen wir wirklich bei allen Schlagworten, was sich dahinter verbirgt?

Geburtsstunde neuer Fachbegriffe

Das Gute an Buzzwords für uns im deutschen Markt ist: In den USA oder Großbritannien sind diese Begriffe schon länger im Umlauf und unsere Kollegen dort konnten sich bereits intensiv mit den neuen Trends und deren Begriffen beschäftigen. Und englisch sind die Buzzwords nicht, weil das besonders hip oder angesagt ist, sondern schlicht und ergreifend, weil sie aus der Landessprache heraus geboren wurden - und wir sie besonders in der Digitalbranche gern übernehmen. Nicht zuletzt sind Buzzwords oft die Geburtsstunde neuer Fachbegriffe, die sich nach und nach in der Branche etablieren und einer völlig neuen Disziplin einen festen Namen geben, wie zum Beispiel "Programmatic Advertising".
Buzzwords per se sind keineswegs schlecht, denn gerade im Marketing helfen sie uns, Begriffe voneinander abzugrenzen und zu differenzieren. Darum ist es nie zu spät, selbst bereits vermeintlich etablierte Begriffe zu hinterfragen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Denn, was zum Beispiel steckt eigentlich genau hinter...

...Marketing Automation?

Marketing Automation als Begriff beschreibt zunächst Technologien oder Software-Plattformen, die mehrere Aspekte des Marketings zusammenführen: Kundensegmentierung, Kampagnenmanagement, Automatisierung von Workflows und die Analyse der Kampagnen. Mithilfe dieser Technologien lassen sich Marketingkampagnen - wie der Name bereits impliziert - automatisiert und daher in sehr viel größerem Umfang planen, realisieren und messen.
Genau hier liegt das immense Potenzial für die Digitalbranche: Einerseits sollen Marketingkampagnen immer stärker personalisiert sein. Andererseits ist der Verbraucher in verschiedenen Kanälen und auf verschieden Endgeräten unterwegs - entsprechend müssen Kampagnen seinem individuellen Verhalten folgen. Dank Marketing Automation können diese ganzen Touchpoints erfasst, gemessen und ausgewertet werden. Dieses bessere Verständnis für den Verbraucher bringt neue Chancen mit sich, vor allem in der gezielten Neukundenansprache. Umfangreiche Datenmessungen und -modellierungen helfen uns dabei, die Online-Zielgruppe detaillierter zu verstehen und Muster zu entdecken, wann Nutzer für welches Produkt besonders empfänglich sind - und sie basierend auf ihrem Verhalten anzusprechend und zu begleiten.
Marketing Automation hilft aber auch dabei, neue User zu qualifizieren, sie entlang ihrer Customer Journey zu begleiten und zur Conversion zu führen - und entsprechende Marketing-Taktiken wie E-Mail-Versande, Display-Kampagnen, etc., automatisiert zu planen und zu realisieren. 
Bei aller Technologie-Fokussierung aber ist Marketing Automation natürlich immer nur so erfolgreich wie der Mensch dahinter. Insofern braucht es einen sinnvollen Mix aus qualifizierter Technologie und qualifiziertem Menschen.



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