Expert Insights 11.02.2016, 08:10 Uhr

Corporate Blogging: Passion und Distribution für Social Content

Social Media und Corporate Blogs haben etwas Wichtiges gemeinsam: Wer nicht dafür brennt und mit Passion und Regelmäßigkeit präsent ist, wird keinen oder nur geringen Erfolg haben.
Johannes Lenz, Corporate Blogger bei Akom360
Ich weiß noch, wie ich während meines Praktikums in der Kommunikationsabteilung von BMW im Münchener Hauptquartier meine ersten Erfahrungen mit Blogs gemacht habe. Damals haben wir nach und nach eine Datenbank aufgebaut, in der wir nationale wie internationale Blogs gebündelt und regelmäßig auf reputationsgefährdende Beiträge und Themen gemonitort haben.
Die Blogs kamen überwiegend aus dem Bereich Automotive, aber auch von NGOs und weiteren Organisationen. Spannend war es zu sehen, wie etwa die amerikanischen "Bimmer" Blogs immer wieder auf unserem "Radar" erschienen und das Issues Management auf Trab hielten.
Letztlich hat einer dieser "autoverrückten" Blogger aus Amerika den Ausschlag dafür gegeben, dass Ende der 2000er Jahre der damalige Chefdesigner des Premiumherstellers seinen Hut nahm. Heutzutage ist es fast selbstverständlich, dass Blogger für Unternehmen als Corporate Blogger arbeiten oder aber im Rahmen von Influencer-Projekten für Marken aktiv sind.

Blogger sind nicht mehr nur monothematisch

Blogger im Allgemeinen sind längst nicht mehr nur monothematisch unterwegs. Sie sind auch längst auf mehr (Social Media) Plattformen aktiv als nur auf ihrem Blog. Viele Blogger sind mittlerweile erfolgreiche Snapchatter, Instagrammer, YouTuber oder Facebooker. Gerade dieser Tage habe ich im Rahmen einer Veranstaltung gehört, dass eine bekannte Instagrammerin, die überdies auf YouTube aktiv ist, aber Snapchat meidet, in Zukunft intensiver auf ein Blog setzen wird.
Ausschlaggebend dafür ist, dass das Blog, so die Instagrammerin, ein nachhaltiges Kommunikationsinstrument sei, während Instagram und andere Social-Media-Plattformen das auf lange Sicht nicht gewährleisten können. Social Media ist flüchtig und verändert sich permanent. Ein wenig wie der Vorgarten eines Hauses. Blogs hingegen bleiben und wachsen stetig. Auch sie verändern sich, aber letztlich bildet das Corporate Blog das Haus mit allen Verpflichtungen, die dazu gehören. Beide aber haben etwas Wichtiges gemein: Wer nicht dafür brennt und mit Passion und Regelmäßigkeit präsent ist, wird keinen oder nur geringen Erfolg haben.

Beispiele aus der Welt der Corporate Blogs

"Corporate Blogs are your deepest voice". So hab ich das neulich mal in einer Präsentation genannt. Und wenn man sich die nachfolgenden Beispiele ansieht, dann kann man auch erahnen, warum das so ist.
Konzept: Eindrücke und Insights von Mitarbeitern aus den diversen Divisionen und Unternehmungen der Otto Group werden unregelmäßig (circa vier bis fünf Mal pro Monat) als Blogpost ausgespielt.
Zielgruppe: Stakeholder, speziell für Blogger und Journalisten vertiefende Insights aus den Unternehmensbereichen, oft auch persönlich vorgetragen von Mitarbeitern. Thematisch wird das Corporate Blog sowohl für die Darstellung von Expert Insights, Arbeitsumgebungen und Jobs genutzt als auch für das Agenda Setting und die Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb (Amazon, Zalando).
(Quelle: Ottogroupunterwegs.com/Screenshot)

Daimler

Konzept: Eindrücke und Insights von Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Abteilungen von Daimler werden regelmäßig (circa 15 Mal pro Monat) als Blogpost ausgespielt.
Zielgruppe: Stakeholder, mittlerweile vermehrt eigene Mitarbeiter. Rund 50 Prozent der Leser sind Mitarbeiter! Thematisch wird das Corporate Blog sowohl für die Darstellung von Inside Experts, Arbeitsumgebungen und Jobs genutzt als auch für die Krisenkommunikation. Das Unternehmensblog wird auch regelmäßig mit Artikeln in englischer Sprache gepflegt. Das Daimler Blog ist Benchmark für Unternehmensblogs in Deutschland allgemein und speziell für DAX-Unternehmen.
(Quelle: Blog.daimler.de/Screenshot<br />)



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