Expert Insights 13.06.2017, 08:05 Uhr

Affiliate-Marketing im Zeichen der Customer-Journey-Vergütung

Seit Jahren wird auf Affiliate-Konferenzen gepredigt, dass ein Provisionsmodell auf Basis der Last-Cookie-Wins-Vergütung nicht mehr zeitgemäß sei und man deswegen auf eine Customer-Journey-Vergütung umsteigen sollte. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Markus Kellermann, geschäftsführender Gesellschafter bei xpose360
Natürlich hat Technologie in den letzten Jahren viel verändert. Der digitale Wandel hat dazu geführt, dass die Kunden immer mächtiger und informierter wurden. Umso wichtiger ist es auch für die Unternehmen, diese Veränderungen zu akzeptieren und die Reise des Kunden besser zu managen.
Denn letztendlich möchte jeder Unternehmer wissen, was seine Kunden bewegt und über welche Kanäle sie zur Kaufentscheidung und zum Kaufabschluss kommen.
 
Laut einer Umfrage des Affiliate-Portals AffiliateBlog.de unter 1.800 Affiliate-Marketern haben 50 Prozent der Advertiser und 58 Prozent der Agenturen angegeben, dass das Customer-Journey-Tracking eines der wichtigsten Trend-Themen 2017 im Affiliate-Marketing ist. Bei den Affiliate-Partnern haben zudem 50 Prozent angegeben, dass sie die derzeitige Last-Cookie-Wins-Vergütungen als eines der größten Probleme in 2017 sehen.

Komplexität der Integration

Doch was theoretisch einfach klingt, ist praktisch nicht wirklich trivial. Auf die Frage, warum die Unternehmen noch kein Customer-Journey-Tracking nutzen, haben laut einer Umfrage von AdRoll 74 Prozent der Befragten angegeben, dass ihnen die Erfahrung dazu fehlt. Bei weiteren 38 Prozent fehlten die technischen Ressourcen und bei 26 Prozent fehlte die Zeit sich damit zu beschäftigen.
 
Hierzu muss man erwähnen, dass es natürlich schon mit einem entsprechenden Aufwand verbunden ist, erst einmal initial alle aktuellen Online- und gegebenenfalls Offline-Marketingkanäle an eine solche Tracking-Technologie anzuschließen und vor allem anschließend die Vielzahl von Informationen auch zu selektieren und zu analysieren, um letztendlich mit einer Customer-Journey-Bewertung auch zielführende Optimierungen und Veränderungen vornehmen zu können.

Intransparenz als Hemmschwelle

Erste Advertiser wie Otto.de oder die Online-Apotheke DocMorris haben das Customer-Journey-Tracking mit einer Provisionsattribution bereits im Affiliate-Kanal integriert. Doch leider besteht in den Affiliate-Netzwerken als technischer Tracking-Dienstleister zwischen Affiliate und Advertiser nach wie vor eine gewisse Intransparenz. So können die Affiliates zwar erkennen, dass sie Teil der Customer-Journey sind und dementsprechend eine Provision erhalten, aber um ihre Marketingmaßnahmen zu optimieren, fehlen oftmals weitere Informationen.
 
Zwar bieten einige Netzwerke bereits ein integriertes Customer-Journey-Tracking mit an, doch meistens hilft dieses nur die einzelnen Publisher Verticals zu betrachten und zu bewerten. Wenn die Unternehmen allerdings weitere Online-Marketing-Disziplinen wie Google Adwords, Facebook Ads, SEO und Display Advertising nutzen, dann benötigt man hierzu schon ein übergreifendes Customer-Journey-Tracking zur ganzheitlichen Betrachtung.




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