Expert Insights 23.02.2017, 08:10 Uhr

3 Tipps, wie Google bei der Content-Erstellung helfen kann

Gut 80 Prozent aller Online-Inhalte sind unsichtbar. Die größte Herausforderung für Content-Marketer ist es daher, wirklich relevante Inhalte zu erstellen, mit denen die Zielgruppe erreicht werden kann. Wie kann Google mit seinen Suchergebnissen dabei helfen?
Marcus Tober, CTO von Searchmetrics
Um Inspiration und Ideen für die Erstellung von Inhalten zu bekommen, haben die meisten Content-Produzenten eine Reihe von Techniken entwickelt. Für einige steht die Persona-Entwicklung im Vordergrund, andere schwören auf Kundenumfragen (die allerdings ziemlich teuer werden können) oder brainstormen regelmäßig zu neuen Themenideen.
Google wiederum hatte in den vergangenen 20 Jahren ausreichend Zeit, um Techniken und Algorithmen zu entwickeln, mit denen die relevantesten Suchergebnisse ermittelt und ausgespielt werden - und das bei insgesamt 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag. Informationen, die Google über die reinen Suchergebnisse hinaus zur Verfügung stellt, können Content-Marketer als Hilfe für die eigene Erstellung von Inhalten nutzen.

1. Online-Wettbewerber analysieren

Die Wettbewerber, mit denen ein Unternehmen online und offline konkurriert, können sehr unterschiedlich sein. Ein Elektronik-Retailer wie Media Markt konkurriert im Offline-Bereich vor allem mit anderen Elektro-Fachmärkten wie Conrad oder Medimax. Die Online-Konkurrenz ist dagegen grundverschieden. Dies gilt vor allem bei Suchanfragen, die im Sales Funnel weiter oben angesiedelt sind - wenn also der Nutzer sich zunächst über Produkte informiert und vergleicht.
Erste Insights über die Art der Wettbewerber kann hier eine Analyse der Ergebnisse zum generischen Suchterm "iPhone 6" bei Google geben. Die Landingpages der ersten Suchergebnisseite listen - neben der Brand apple.com - auch mediamarkt.de sowie die Landingpages weiterer Online Retailer wie Cyberport und natürlich Amazon auf. Gleichzeitig werden Tech-Publisher mit entsprechenden Testberichten gelistet, zum Beispiel chip.de, computerbild.de oder inside-handy.de. Dritte Kategorie sind Gebrauchtbörsen wie eBay oder rebuy.de, die mit ihren entsprechenden Landingpages zum iPhone 6 auf der ersten Suchergebnisseite ranken.
(Quelle: Searchmetrics)
Dies zeigt also bereits vier verschiedene Suchintentionen, die Google durch datengetrieben Analysen des Nutzerverhaltens für den Suchterm "iPhone 6" extrahiert hat:
  • Navigationales Suchinteresse: Brand-Website (apple.com)
  • Informationales Suchinteresse: Testberichte zum iPhone 6
  • Transaktionales Suchinteresse: Retailer und Gebrauchtbörsen
Gehen wir nun einen Schritt tiefer - und analysieren die Suchanfragen zum iPhone etwas granularer. Dazu betrachten wir die Ergebnisse zu einer im Sales-Funnel weiter oben angesiedelten Suchanfrage, nämlich nach dem Unterschied zwischen einem iPhone 6 und einem Samsung Galaxy S5. Die Google-Suchanfrage "iPhone 6 vs. Galaxy S5" wird in Deutschland rund 1.400 Mal pro Monat gestellt.
Media Markt oder andere Retailer sucht man bei den Ergebnissen für diese Suchanfrage vergebens. Stattdessen ranken hier ausschließlich Tech-Portale wie connect.de, computerbild.de oder chip.de mit ihren Landingpages zum Vergleich der beiden Smartphones.
(Quelle: Searchmetrics)
Zwar werden 79 Prozent aller Käufe offline getätigt, doch informiert sich die Mehrzahl der Offline-Shopper eingehend vor einem Kauf - und zwar online. Im Elektronik-Bereich nutzen 54 Prozent der Offline-Shopper die vorige Online-Recherche. Wer also hier entsprechenden Content bereitstellt, um die Nutzer mit einem Informationsbedürfnis abzuholen, hat also die Chance, neue Kunden zu gewinnen, die den Sales-Funnel bis zum Kauf durchlaufen können.




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