Meine Top-Kampagne 20.03.2017, 08:05 Uhr

Wie die Sparkasse mit einem Kraftprotz für "Kwitt" wirbt

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren Experten aus der Digitalbranche exklusiv für uns aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche kommentiert Olivier Jollet, Geschäftsführer des Streaming-Dienstes Quazer.
(Quelle: YouTube/Screenshot)
Von Olivier Jollet, Geschäftsführer des Streaming-Dienstes Quazer
Adrenalin pur, das Herz rast: Warum? Der neue Bote wirkt äußert brachial und ist gleichzeitig eine richtig coole Sau. Von wem ich spreche? Vom furchteinflößenden Geldeintreiber der Sparkasse. Dieser wird in einer neuen viralen Werbekampagne zum geliebten Antihelden und wirbt für die Bezahlfunktion "Kwitt" der Sparkassen-App, mit der man Geld einfach und bequem per Handy senden kann. Nach nur zwei Monaten nutzen bereits 260.000 Kunden der Sparkasse das Angebot.
In einem vornehmlich über Facebook verbreiteten Spot wird ein Halbwüchsiger von ­einem wütenden Geldeintreiber bedrängt, der für seinen ­"Kumpel Patrick" lächerliche 2,60 Euro einfordert - natürlich nicht in bar, sondern mit "Kwitt". Mich hat der Spot echt umge­hauen, obwohl ich Video-Content schon lange vermarkte. In nur sieben Tagen ­erzielte das Inkasso-Video auf Facebook bereits mehr als 4,1 Millionen Abrufe und wurde über 730.000 Mal geteilt. Beachtlich, aber nicht verwunderlich, denn er ist einfach richtig stark.
Olivier Jollet, Geschäftsführer des Streaming-Dienstes Quazer
(Quelle: Quazer)

Der Clou

Die Kampagne baut auf einem Facebook-Bot auf, der es ermöglicht, individuelle "Drohvideos" zu erstellen. Die ­integrierte Software basiert auf automatisierten Fragen und Eingaben und hetzt Bekannten das brutale Muskelpaket auf den Hals.
Besonders amüsant: Der "Kassierer" übersendet auch liebevolle Einladungen zum Abendessen oder eine Botschaft für die Liebsten. Die personalisierte Video-Werbung wird permanent erweitert und verbreitet sich viral auf der eigenen Webseite, Twitter, Facebook und Youtube. Doch damit nicht genug: Die Kampagne kommt im Sommer sogar ins Kino. 
Fazit: Die Macher haben sich zusammen mit JvM nicht nur ein kreatives, sondern auch lustiges Storytelling mithilfe neuester KI-Technik ausgedacht - innovativ und genial. Das eingestaubte Image der klassischen Bank ist damit im Nu poliert.




Das könnte Sie auch interessieren