Gastkommentar
01.02.2016, 08:10 Uhr

Safe Harbor-Urteil kommt - und verändert das Online-Marketing

Ab Februar gilt das EuGH-Urteil, welches das mit den USA geschlossene Datenabkommen Safe-Harbor für ungültig erklärt. Welche Auswirkungen das auf das Online-Marketing hat,  erklärt Holger Behnsen von Emarsys.
Holger Behnsen ist Managing Director bei Emarsys
(Quelle: Emarsys)
Von Holger Behnsen, Managing Director bei Emarsys
Am 6. Oktober 2015 veröffentlichte der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Urteil, das die Entscheidung zum Safe Harbor-Abkommen für ungültig erklärte. Safe Harbor war der gesetzliche Rahmen, unter dem es europäischen Unternehmen erlaubt war, personenbezogene Daten ihrer Kunden mit Safe Harbor zertifizierten US-Unternehmen zu teilen.
 
Ab Februar 2016 gilt: Wer weiterhin Daten auf Basis dieses Abkommens in die USA übermittelt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 Euro belegt werden. Bedenkt man, dass etwa 40 Prozent der Deutschen lieber online als stationär einkaufen, hat diese Regelung weitreichenden Einfluss auf das Online-Marketing, insbesondere auf Marketing Automatisierung, digitale Datenanalyse, Kundenbeziehungsmanagement und E-Marketing-Lösungen aus der Cloud. Europäische Firmen wie beispielsweise Betreiber von Online-Shops, die immer noch Dienste von US-Firmen nutzen, sollten daher schleunigst reagieren und sich nach Alternativen umsehen.

Personenbezogene Daten auf europäischen Servern lagern

Dabei gilt es darauf zu achten, dass der neue Dienstleister alle personenbezogenen Daten (zum Beispiel Namen und E-Mail-Adressen) seiner Kunden auf europäischen Servern hosted. Zusätzliche Vertrauenspunkte erhält ein Dienstleister außerdem, wenn er die Datensicherheit durch ein ISO-Zertifikat bestätigen und seine Server in der EU verorten lässt. Darüber hinaus sollten sich Unternehmen, die ihre Services in Europa anbieten, zunehmend das Ziel setzen, den Großteil ihrer eingesetzten Systeme an EU-Normen und Richtlinien anzupassen und zu pflegen.
 
Durch die geregelte Nutzung personenbezogener Daten lässt sich auch weiterhin eine ganz persönliche Online-Ansprache umsetzen, die jeden einzelnen Kunden als Individuum versteht und langfristig bindet. Die Datensicherheit muss dabei an erster Stelle stehen. Die Entscheidung zum Safe-Harbour-Abkommen ist meiner Meinung nach bereits ein wegweisender Schritt in die richtige Richtung und bietet europäischen Unternehmen einen entscheidenden Vorteil auf dem hart umkämpften Markt der Online-Werbung.
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