d3con-Veranstalter Thomas Promny 09.01.2017, 08:10 Uhr

"Das Jahr 2016 hat viele Vorbehalte gegen das Internet mit sich gebracht"

In der Adtech-Branche werden wir 2017 weitere Konsolidierungen sehen, meint Thomas Promny. Auch das Thema Daten wird für den d3con-Veranstalter noch stärker in den Fokus rücken. Das soll auch seine Fachkonferenz widerspiegeln.
d3con-Veranstalter Thomas Promny
(Quelle: d3con)
Digital-Events gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Die großen, namhaften Branchentreffs kann man aber immer noch an einer Hand abzählen. Neben der dmexco haben sich hier beispielsweise Veranstaltungen wie die Online Marketing Rockstars oder die d3con etabliert. Letztere findet in diesem Jahr am 13. und 14. März in Hamburg statt - und behandelt eine der wichtigsten Entwicklungen der digitalen Werbung: Programmatic Advertising
Wir sprachen mit Veranstalter Thomas Promny über die d3con und ihre USPs, über die Trends 2017 und darüber, was die Branche im vergangenen Jahr versäumt hat.
Lassen Sie uns zu Beginn noch einen Blick zurückwerfen. War 2016 ein erfolgreiches Digital-Jahr?
Thomas Promny: Unterm Strich auf jeden Fall, auch wenn es sicher ein ambivalentes Jahr war, das auch nicht zu übersehende Vorbehalte gegen das Internet mit sich gebracht hat. Viele Entwicklungen und auch Missstände haben dazu beigetragen, dass sich in der Gesellschaft, aber auch in der Politik und der Wirtschaft viel Unsicherheit und Misstrauen mit dem Internet verbinden. Da müssen wir gegensteuern. Für mich ist hier Digitalkompetenz ein ganz zentraler Faktor, der sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Bereiche zieht und nicht nur die (End-)Nutzer betrifft, sondern auch alle anderen Anwender, gerade auch im B2B-Bereich.   
 
Welche Online-Marketing-Themen haben Sie denn im vergangenen Jahr genervt?
Promny: Ich finde immer wieder interessant bis nervig, wie mittelgut informierte Medien häufig problematische Themen der Online-(Marketing-)Branche wie etwa Fake News, Malware beziehungsweise Adware oder AdFraud reißerisch aufgreifen und unreflektiert in einen Topf werfen und damit diffuse Bedenken und Ängste schüren, vor allem bei Nutzern, aber in Teilen auch bei Werbungtreibenden. Viele, die entsprechende Berichte lesen, verstehen häufig nicht, was passiert und worum es wirklich geht, schrecken aber auf. Nicht, dass diese Themen nicht diskutiert werden müssten - aber bitte differenziert, sachlich richtig und vor allem lösungsorientiert.
 
Worauf muss sich die Branche nun 2017 einstellen?

Promny: Speziell in der Adtech-Branche, aber auch in anderen Online-Bereichen werden wir weitere Konsolidierungen sehen, nicht zuletzt, um mit Branchenriesen wie Google und Facebook mithalten zu können.
Besonders gespannt sehen wir bei der d3con auf die Entwicklung, dass nach Adobe nun auch Unternehmenssoftware-Riesen wie SAP und Oracle in den Markt für Online-Marketing-Technologien vordringen. Damit werden die Karten neu gemischt.
Und das Thema Daten, das ja gerade im Programmatic-Bereich von zentraler Bedeutung ist, wird im kommenden Jahr, auch vor dem Hintergrund der Anpassung der deutschen Datenschutzregeln an die Bestimmungen der ab Mai 2018 in Kraft tretenden EU-Datenschutzgrundverordnung, noch einmal stärker in den Fokus rücken und gegebenenfalls Handlungs- und Gestaltungsspielräume verändern.   
 
Lassen Sie uns nun über die d3con sprechen. Können Sie kurz die Entwicklung der Veranstaltung skizzieren?
Promny: Die d3con fand erstmals 2011 statt. Anlass war das aufkommende Programmatic Advertising, das allerdings noch nicht so hieß. Aber es war damals schon absehbar, dass schlaueres und automatisierteres Display Advertising viele Chancen und Herausforderungen für die Branche mit sich bringen würde. Im ersten Jahr hatten wir 180 Veranstaltungsteilnehmer - mittlerweile ist die d3con auf 1.500 Fachbesucher angewachsen.
Dieses Jahr kommt zu der eintägigen Konferenz erstmals am Vortag die d3con University dazu. Hintergrund ist, dass wir in den letzten Jahren viele Marketing-Entscheider gesehen haben, die sich zum Thema Programmatic Advertising und Marketing Automation informieren und fortbilden wollen, aber das Gefühl haben, mit dem Experten-Niveau auf der d3con Konferenz nicht mithalten zu können. Für diese Zielgruppe haben wir jetzt die d3con University entwickelt, um ihr den Einstieg in das Thema zu erleichtern. Der Veranstaltung wird komplett aus Workshops bestehen und sehr praxisnahes Know-how vermitteln.
Die Konkurrenz ist ja inzwischen groß: Was sind Ihre USPs im Vergleich zu den großen Wettbewerbern dmexco, Online Marketing Rockstars etc.?
Promny: Wir haben eine klar andere Ausrichtung. Wie der Name bereits sagt, sind die Online Marketing Rockstars ein Festival. Dieses Format bringt mit sich, dass das Programm inhaltlich weniger fachspezifisch fokussiert ist, und die Zielgruppe 'bunter' und größer ist. Insofern sind sie als inzwischen riesiges Branchen-Get-Together wohl auch eher mit der dmexco vergleichbar. Uns ist wichtig, mit der d3con die zentrale Plattform für die Vermittlung von hochwertigem, praxisnahem Fachwissen und den Gewinn exklusiver Branchen-Insights in einem der, wenn nicht dem wichtigsten Zukunftsfeld der digitalen Werbung - Programmatic Advertising - zu sein und hier den relevanten Akteuren einen Rahmen für erstklassiges Networking und vor allem auch konkretes Business zu bieten.
 
Was sind dann die Highlights 2017?
Promny: Neben der schon genannten neuen d3con University freue ich mich immer besonders auf unsere mittlerweile traditionelle Paneldiskussion zum Thema Adblocking, die auch dieses Jahr wieder sehr hochkarätig besetzt sein wird. Aber auch das Top Brand Advertisers' Strategy Panel, der Innovation Track und "Programmatic Everywhere" versprechen spannende Insights und Ausblicke, wo die Reise hingeht. Insgesamt haben wir über 100 Top-Speaker für die beiden Tage der d3con 2017 gewinnen können.




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