Partnerprogramme 19.03.2015, 08:00 Uhr

Rechtliche Unsicherheit beim Affiliate Marketing

Wie steht es um die rechtliche Absicherung von Produktanbietern und Vertriebspartnern beim Affiliate-Marketing? Eine Studie deckt deutliche Mängel auf.
(Quelle: Shutterstock.com/Maksim Kabakou)
Beim Affiliate-Marketing prallen unterschiedliche Interessen aufeinander: Produktanbieter sind vor allem am Verkauf ihres Angebotes interessiert, Publisher an der Provision für erfolgreich geworbene Kunden. Das birgt die Gefahr des Missbrauchs, umso wichtiger sind klare rechtliche Regelungen. Dass hier viel Nachholbedarf besteht, zeigt die Studie "Rechtliche Absicherung von Affiliates und Merchants im Affiliate Marketing", die die Digital-Marketing Agentur xpose360 und das SEA-Technologieunternehmen Xamine gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei RDP Röhl Dehm & Partner Rechtsanwälte durchgeführt haben.
Die Mehrheit der Anbieter (Merchants), nämlich 79,5 Prozent, hält demnach gar keine Geschäftsbedingungen vor. Und auch unter den übrigen 20,5 Prozent haben die wenigsten vorbildliche AGB und Nutzungsbedingungen formuliert. Die meisten Regelungen sind laut Studie verbesserungswürdig.
Über die Hälfte dieser Merchants (53 Prozent) hat beispielsweise keine Bestimmungen zur Verwendung von Gutscheinen im Partnerprogramm festgelegt. 54 Prozent der Anbieter haben außerdem nicht definiert, in welchem Fall Provisionen an Programmpartner (Affiliates) ausbezahlt werden. Und bei 42 Prozent der Produktanbieter fehlt eine Regelung zur Unterbindung von sogenanntem Cookiespamming, das oftmals zum Betrug genutzt wird.
Für die Studie wurden insgesamt 2.182 Partnerprogramme sowie die AGB der Affiliate-Netzwerke untersucht und bewertet. "Mit dieser sehr umfangreichen Studie wollen wir den Merchants im Affiliate-Marketing einen Weg aufzeigen, das Betrugsthema einzudämmen", sagt Markus Kellermann, Geschäftsführer von xpose360. "Es hat sich allerdings in der Auswertung gezeigt, dass die Mehrheit der Anbieter derzeit keine ausreichenden Bedingungen vorhalten, daher empfehlen wir den Merchants die Aktualisierung ihrer AGBs, sowie die ständige Überwachung des Marktes."
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