Polit-Talk vom OVK 16.10.2015, 11:30 Uhr

Adblocker sorgen für Umsatzverluste von 10 bis 20 Prozent

Adblocker sind aktuell ein brisantes Thema: Publisher und Vermarkter verzeichnen inzwischen signifikante Umsatzverluste aufgrund von Adblockern. Das ist eines der Ergebnisse der Expertenbefragung des PwC.
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Adblocker sorgen dafür, dass es bei Publishern und Vermarktern inzwischen Umsatzverluste von zehn bis 20 Prozent gibt. Das ist eines der zentralen Befragungsergebnisse von PricewaterhouseCoopers (PwC).
PwC stellte die Ergebnisse im Vorfeld des Polit-Talks, zu dem der OVK in Berlin eingeladen hat, vor. Thematisiert wurden die Gründe und Auswirkungen der Nutzung von Adblockern sowie die Bemessung des wirtschaftlichen Schadens von Adblocking.
Durch den Umsatzverlust rechnen einige der Experten nun zudem mit einer Gefährdung von Arbeitsplätzen und einer Zunahme von Bezahlmodellen im Internet.

Whitelisting und Acceptable Ads

Besonders in die Kritik geraten sind Adblocker-Modelle, die sich über intransparente "Whitelistings" und "Acceptable Ads" finanzieren. Diese sind nach Meinung der Befragten illegitim und wettbewerbsverzerrend. Solche Modelle sind eine Gefährdung der journalistischen Angebotsvielfalt und schränken die Monetarisierungs-Möglichkeiten digitaler Geschäftsmodelle ein, so die Teilnehmer der Umfrage.
Gut 90 Prozent geben an, dass ihrer Meinung nach Adblocking negative Auswirkungen auf den gesamten digitalen Markt hat. Vor allem wird die werbungtreibende Industrie in ihrem Vermarktungsspielraum begrenzt.

Mobile-Adblocking

Adblocking im Bereich Mobile wird von den Experten als besonders heikel bewertet. 90 Prozent der Befragten denken, dass sich der Werbemarkt im digitalen Bereich durch den Einsatz von mobilen Adblockern stark verändern wird. Sie schließen auch nicht aus, dass mobile Adblocker Mobile-Werbung in seiner frühen Entwicklungsphase zum Erliegen bringen können.

Warum Adblocker?

Für die Befragten sind die geringe Qualität und Kreativität Gründe für die Verwendung von Adblockern. Auch die mangelnde Sensibilität bezüglich des Schutzes der Privatsphäre und das aufdringliche Retargeting werden als Argument genannt. Doch die Hauptursache für die Adblocker-Nutzung ist ihrer Meinung nach die störende Digitalwerbung. Doch klar ist auch: Die Adblocker-Anbieter sind nicht die richtige Instanz für die Definition von "akzeptabler Werbung".

OVK-Polit-Talk

Auch während des von Frank Puscher moderierten Talks mit Christian Röpke, Geschäftsführer Zeit Online, und OVK-Sprecher Oliver von Wersch waren die Auswirkungen von Adblockern auf die Medienlandschaft ein Thema. Netzpolitiker von CDU und SPD begrüßten die Auseinandersetzung mit der Thematik und forderten vor allem mehr Transparenz.
"Wir müssen uns über Prinzipien verständigen und Mechanismen entwickeln, die schnell implementiert werden können. Die Lösung für die Zukunft ist nicht unbedingt in der Gesetzgebung zu finden", sagt Thomas Jarzombek, Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion für Digitale Agenda.
Axel Springer ging diese Woche die nächste Stufe im Adblocker-Kampf an: Nutzer von Werbeunterdrückern bekommen künftig keine Inhalte mehr auf Bild.de zu sehen. Es sei denn, sie schließen ein monatliches Abonnement ab.

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