Mobile-Suchanfragen 26.03.2015, 08:10 Uhr

Google: Fast die Hälfte der User sucht lokal

Internetfähige mobile Geräte entwickeln sich immer mehr zum Shopping-Begleiter, selbst die finale Kaufentscheidung wird beeinflusst. Lokal verfügbare Produkte sucht damit bereits die Hälfte der User.
(Quelle: Shutterstock.com/Mix3r)
Neun von zehn Google-Usern suchen regelmäßig nach lokalen Angeboten, die Hälfte der Nutzer stellt Suchanfragen zu Einzelhändlern bereits mit dem Smartphone. Auf dem stationären Desktop beträgt dieser Anteil sogar drei Viertel. Das geht aus der Studie "Local Search Study" hervor, für die Ipsos MediaCT im Auftrag des Suchgiganten mehr als 3.500 Smartphone-Nutzer befragt hat.
Der Erhebung zufolge tragen Suchanfragen bei zwei Dritteln der Konsumenten (68 Prozent) wesentlich zur Kaufentscheidung bei, 46 Prozent der Studienteilnehmer werden noch innerhalb einer Stunde nach ihrer Suchanfrage aktiv und besuchen beispielsweise den Händler um die Ecke. Bei lokalen Suchen ist dieser Effekt naheliegender Weise noch stärker, insbesondere wenn per Smartphone gesucht wird. Während allgemeine Suchanfragen eher ein generelles Informationsinteresse nach Preisen (92 Prozent) oder Bewertungen (81 Prozent) abdecken, spielen lokale Suchen insbesondere bei konkretem Kaufinteresse eine Rolle - und führen laut Google deutlich häufiger zum Kauf.

Zwei Tipps für Online-Händler

Dass die User offensichtlich ein Kaufinteresse verfolgen, legen auch die Antworten zu den am häufigsten gesuchten Informationen nahe: 66 Prozent der Smartphone-Besitzer suchen nach Öffnungszeiten, 63 Prozent sind an konkreten Verkaufsaktionen interessiert und immerhin noch 58 Prozent beziehungsweise 55 Prozent wollen die Adresse oder eine Wegbeschreibung herausfinden. Informationen zur lokalen Verfügbarkeit von Produkten suchen 44 Prozent der Befragten.
Für Webshop-Betreiber ergeben sich aus der Erhebung laut Google zwei konkrete Tipps: Internet-Händler sollten die Kundenansprache für lokale Suchen optimieren und zum Beispiel ein sehr feines Geo-Targeting nutzen - insbesondere im näheren Umfeld von Einkaufsmeilen. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich nämlich Werbung, die auf die unmittelbare Umgebung zugeschnitten ist.
Außerdem sollten Händler die lokale Produktverfügbarkeit anzeigen. Der US-Konzern rät beispielsweise, Anzeigen aus Google Shopping durch ortsbezogene Informationen zu ergänzen. Denn der Standort des nächsten Geschäfts, Verfügbarkeit und Preis des beworbenen Artikels sind dadurch auf einen Blick für den Suchenden sichtbar. Und acht von zehn Konsumenten, die eine solche Anzeige gesehen haben, werden unmittelbar danach aktiv und gehen shoppen.

Das Suchverhalten deutscher Nutzer

Jeden Monat werden mehr als 100 Milliarden Suchanfragen bei Google eingegeben - rund 20 Prozent davon mit lokalem Bezug. Inzwischen nutzen nahezu ebenso viele Suchende lokale (91 Prozent) wie generelle Suchanfragen (97 Prozent). Die häufigsten Suchanfragen per Smartphone ermitteln den Preis (79 Prozent) oder die Bewertung eines Produkts (52 Prozent) oder die Öffnungszeiten eines Ladens (62 Prozent). Den größten Einfluss haben mobile Suchanfragen auf den Abverkauf in den Geschäftsfeldern Retail (51 Prozent), Technologie (39 Prozent) sowie Medien und Unterhaltung (46 Prozent).
Für die "Local Search Study" wurden zwei Studienansätze miteinander kombiniert. Zum einen beauftragte Google in einem ersten Schritt Ipsos MediaCT, um auf Basis von 500 Smartphone-Nutzern ihr allgemeines lokales Suchverhalten auf dem PC/Tablet sowie dem Smartphone zu untersuchen. Für eine tiefergehendere Analyse von sechs Branchen, unter anderem Banken und Elektronik-Fachhandel, wurden insgesamt 3.500 Smartphone-Nutzer über das Tool Google Consumer Surveys befragt und je Branche nach Geschlecht und Alter gewichtet. Die Befragung fand im November/Dezember 2014 statt.
Bei den Suchergebnissen will Google ab 21. April auch beachten, wie gut die Angebote der gelisteten Unternehmen für die Mobile-Nutzung optimiert sind. Für Werbungtreibende und E-Commerce-Anbieter stellt diese Veränderung eine Herausforderung dar. Sie müssen insbesondere bei der Usability und den Ladezeiten gute Arbeit leisten, um die Conversion Rate aufrechtzuerhalten oder sogar zu verbessern.

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