Mobile Online-Nutzung
12.05.2014, 12:40 Uhr

Mit 2,4 Geräten ins Internet

Was viele an sich selbst bemerken, ist jetzt belegt: Smartphones und Tablets tragen dazu bei, dass mehr Menschen immer länger online sind. Und auch die Zahl der Endgeräte pro Nutzer steigt deutlich.
Immer öfter online - wo auch immer
(Quelle: Shutterstock.com/l i g h t p o e t)
Im Schnitt verwenden deutsche User inzwischen bereits 2,4 internetfähige Geräte, um damit online zu gehen. Vor zwei Jahren lag diese Zahl noch bei deutlich unter zwei Geräten. Bereits 14 Prozent der Bundesbürger ab 16 Jahren nutzen sogar drei Devices, nämlich PC, Smartphone und Tablet, um zu surfen.
Das trägt dazu bei, dass die User immer öfter online sind: 60 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen sind durch das Smartphone häufiger im Internet unterwegs. Das ergab eine aktuelle Studie, die von der Fokusgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in Kooperation mit Google und TNS Infratest durchgeführt wurde.

Mit Spaß und Smartphone online

Demnach ist die Online-Nutzung insbesondere bei der Jugend auf dem Vormarsch: Bei den Schülern lag der Anteil derer, die durch ihr internetfähiges Handy häufiger surfen als früher, sogar bei 83 Prozent. Außerdem stimmten 91 Prozent der Frauen und 82 Prozent der Männer der Aussage zu, dass ihnen dank Smartphone die Nutzung internetfähiger Mobiltelefone noch immer Spaß mache. Bei den 30- bis 39-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 99 Prozent, und von den 14- bis 29-Jährigen stimmten 93 Prozent der Aussage zu.
Offenbar kommen immer mehr Bundesbürger auf den Geschmack: 50 Prozent der Deutschen verwenden mittlerweile ein Smartphone zur Online-Nutzung, das sind 25 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Rund 25 Millionen Menschen, also 63 Prozent davon, sogar täglich. Das entspricht einer Steigerung um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
"Für uns als Fokusgruppe Mobile im BVDW zeigt das Ergebnis der Studie, wie gelernt der Umgang mit mobilen Endgeräten heute schon für viele Deutsche ist", konstatiert Mark Wächter, Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im BVDW. Philipp Justus, Managing Director für Google Deutschland, Österreich und die Schweiz, ergänzt: "Wichtig ist, dass Werbetreibende den Konsumenten folgen und sie auch über den mobilen Kanal optimal ansprechen. Hier gibt es noch immer viel zu tun."

Datenschutzbedenken

Denn die Euphorie für Smartphones stößt durchaus an ihre Grenzen bei den Usern: Mehr als die Hälfte der 14- bis 29-jährigen Smartphone-Nutzer will aus Datenschutzbedenken in Zukunft weniger Funktionen ihres Handys verwenden, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 40 Prozent, wobei bei dieser Frage keine Unterschiede in der Einstellung zwischen den Geschlechtern zu erkennen sind.
Die Studie "Faszination Mobile - Verbreitung, Nutzungsmuster und Trends" ist im Rahmen einer Studienkooperation von BVDW, Google und TNS Infratest entstanden. Sie setzt sich zentralen Ergebnissen der Google Global Connected Consumer Studie und einer TNS Dual-Frame Telefonbefragung zusammen, die im Januar und februar 2014 durchgeführt wurden.
Auf dem Vormarsch sind mobile Devices auch im E-Commerce. Vor allem Tablets erfreuen sich hier zunehmender Beliebtheit, wie die Mobile Effects Studie des Vermarkters Tomorrow Focus zeigt. Knapp 70 Prozent der Befragten haben schon einmal über das Tablet eingekauft. Via Smartphone shoppen nur knapp 35 Prozent. Auf Platz eins im Ranking der am häufigsten mobil gekauften Artikel sind Bücher. Bei den Frauen folgen dann Bekleidung und eBooks, bei Männern Elektrogeräte sowie Flug- und Bahntickets.
Am meisten Spaß beim mobilen Einkauf haben User offenbar bei Baur. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Usability-Studie "Mobile Web Commerce Benchmark" des E-Commcerce Center (ECC) Köln und der Agentur Anstrengungslos. Bei der Nutzung mit dem Smartphone folgen hinter Baur die Anbieter Zalando und H&M, beim Einkauf per Tablet liegt H&M vorne, dahinter kommen Baur und Tchibo.
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