Apps, Datensilos und Co 06.07.2017, 11:01 Uhr

Das sind die 10 größten Fehler bei Mobile-Strategien

Unsere Welt wird immer mobiler - das wissen auch Unternehmen und investieren viel Geld in eine mobile Strategie. Allerdings werden dabei noch häufig gravierende Fehler gemacht.
(Quelle: shutterstock.com/blackzheep)
Unsere Welt wird immer mobiler. Viele Unternehmen verfolgen daher eine "Mobile-First-Strategie", um den Anforderungen ihrer Zielgruppe gerecht zu werden. Aber obwohl viele Marketer sich der Relevanz einer guten Mobile Experience bewusst sind, werden immer noch häufig Fehler gemacht. Der Kolumnist Aaron Strout hat die zehn schwerwiegendsten auf Marketingland zusammengetragen.

1. Eine App ist notwendig

Viele Unternehmen, die sich für das mobile Universum fit machen, glauben, dass eine App sinnvoll und notwendig ist. Eine mobile Anwendung macht aber nur dann wirklich Sinn, wenn es sich um Spiele oder eine soziale Plattform wie beispielsweise Facebook handelt.
Schaut man sich die zehn Apps im Play Store an, die am meisten heruntergeladen wurden, tauchen fast ausschließlich Anwendungen aus diesen beiden Kategorien auf. Apps von Unternehmen findet man hier so gut wie gar nicht. Die bessere und wichtigere Alternative zu einer App ist für Unternehmen eine gute mobile Web-Präsenz.

2. Das Denken in Silos

Laut einer Analyse von eMarketer gehen 75 Prozent der US-Nutzer sowohl über ihren Desktop als auch mit ihrem Smartphone ins Netz - allerdings nutzen sie die Kanäle auf verschiedene Arten.
Daher ist es wichtig, dass Unternehmen die Customer Journey als Kontinuum betrachten und hierbei nicht in Silos denken. Kein Kanal sollte für sich allein betrachtet werden - auch der mobile nicht.

3. Fehlende Daten-Basis

Eine gute Datengrundlage ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Denn nur, wenn man weiß, wer seine Kunden sind und wonach sie suchen, kann man wirklich erfolgreich am Markt agieren. Dennoch haben zahlreiche Unternehmen keine oder nur mangelhafte Pläne, wie genau mobile Daten gesammelt und vor allem strukturiert werden können.
Die Fragen, über die sich Unternehmen Gedanken machen sollten sind unter anderem: Wie sollen die Daten-Sets und die Daten-Formate aussehen? Wo und wie werden sie gespeichert? Was genau wird mit den Daten angestellt? Wie können Daten zur mobilen Nutzung Aufschluss über das gesamte Business geben?

4. Mini-Version der ursprünglichen Webseite

Viele Unternehmen haben in den vergangenen 20 Jahren viel Zeit und Geld in ihre Website investiert. Daher wählen sie oft den einfachen Weg für eine mobile Präsenz und bauen eine Art "Mini-Version" ihrer ursprünglichen Website - oder sie erstellen eine responsive Website, die auf den alten Templates basiert.
All das führt aber zu keiner guten User Experience. Sinnvoll ist, sich für einen mobilen Auftritt darüber Gedanken zu machen, wie Inhalte, Design und Navigation auf einem kleinen mobilen Display dargestellt werden müssen, um den Nutzer bei der Anwendung zufriedenzustellen.

5. Mobile Advertising ist wie Display Advertising - nur kleiner

Obwohl Mobile Advertising vergleichsweise noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Potenzial riesig. Heute gibt es bereits effektive Formate wie beispielsweise App Ads. Dennoch nutzen Unternehmen Mobile Display Advertising noch nicht im großen Stil.
Einer der Gründe dafür ist, dass Mobile Advertising im Vergleich zum regulären Display-Desktop-Geschäft die Verwendung von Cookies nicht ermöglicht. Somit ist es wesentlich schwieriger herauszufinden, wer gerade die Seite besucht und ob es sich dabei um eine zielgruppenrelevante Person handelt, der man die Werbung ausspielen sollte. Zudem führen die kleinen mobilen Anzeigen oft zu falschen Klicks und stören die Customer Journey.

6. Ein responsives Design ist die einzige Lösung

Eine responsive Webseite ist eine gute Alternative für Unternehmen, die nicht die Kapazitäten haben, mehrere Versionen ihrer Webseite zu bauen. Aber nur weil man ein responsives Design nutzen kann, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass man es auch muss.
Unternehmen, die über eine gewisse Größe und damit auch über mehr Kapital verfügen, sollten sich die Mühe machen in Alternativen zu einer responsiven Website zu investieren.

7. Integration von nicht mobilfreundlichen Inhalten

Eigentlich sollte allen Marketers klar sein, dass es wenig Sinn macht, nicht mobilfreundliche Inhalte wie beispielweise PDFs in die Mobile Experience zu integrieren. Ebenso sind Formate wie Infografiken für mobile Geräte nur bedingt geeignet. Das sind alles Inhalte, die für große und übersichtliche Screens konzipiert wurden.
Wenn ein Unternehmen darauf aber partout nicht verzichten will, sollte es seinen Usern zumindest die Möglichkeit geben, die Sachen herunterzuladen und per Mail zusenden zu können, damit sie die Inhalte auf ihrem Desktop konsumieren können.

8. Mobile bedeutet ausschließlich Smartphone

Oft werden Smartphones und Tablets von Analysten und Journalisten unter dem Begriff "Mobile" zusammengefasst. Dadurch gerät oft in Vergessenheit, dass es sich dabei um zwei verschiedene Devices handelt, die auch unterschiedlich betrachtet werden müssen.
Marketers sollten in ihren Statistiken nachsehen, über welche Geräte die User die Unternehmensseite ansteuern. Auf dieser Basis kann dann die Customer Journey für das meistgenutzte Device angepasst und optimiert werden.

9. Mobile um jeden Preis

Sich als Unternehmen für das mobile Zeitalter zu wappnen, ist sicher eine gute Idee. Dennoch sollte man auch hier Kosten und Nutzen abwägen. Die Frage ist, wer die Zielgruppe ist und über welche Geräte die Kunden mit der Firma interagieren. Analysiert man diese Aspekte, stellt man oft fest, dass Mobile zwar ein wichtiger Faktor ist, aber vielleicht nicht so eine entscheidende Rolle für das Unternehmen spielt, wie ursprünglich angenommen.

10. Ignoranz von lokalen Aspekten

Den lokalen Aspekt zu ignorieren, ist ein Fehler, den zahlreiche Unternehmen machen. Dinge, die in Asien gut laufen, funktionieren oftmals nicht eins zu eins auch in Europa. Marketers sollten auch bei den mobilen Auftritten darauf achten, sowohl den Content, die Experience als auch das Design an die lokalen Gegebenheiten anzupassen.




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