Mobile Marketing 24.03.2015, 14:30 Uhr

Drei häufige Irrtümer über Mobilwerbung

Wer glaubt, bereits alles wichtige über Mobile Marketing zu wissen, irrt möglicherweise. Drei populäre Missverständnisse über Mobilwerbung.
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(Quelle: Shutterstock.com/Ditty about summer)
Mobil- und Webwerbung sind gleich? Mobilwerbung lässt sich schlecht personalisieren? Appsflyer widerlegt drei populäre Irrtümer über Mobilwerbung.
1. Mobil- und Webwerbung sind gleich
Traditionelle Online-Vermarkter denken oft, sie könnten ihre bewährten Werbestrategien auf Mobilwerbung übertragen. In der Tat haben beide Werbeformen vieles gemeinsam, doch gibt es auch gravierende Unterschiede. Nehmen wir zum Beispiel die Rückverfolgung auf Mobilgeräten. Web-Vermarkter haben ein leichtes Spiel. Sie können Nutzer von verschiedenen Kanälen zur selben URL leiten, indem sie den Link auf jedem Kanal anpassen und über Google Analytics beobachten. Diese Methode funktioniert allerdings nicht auf Mobilgeräten. In Apps gibt es keine Links, sondern Bildschirmansichten. Und momentan gibt es noch keinen einheitlichen Standard, um Nutzer zu speziellen Bildschirmen zu leiten.
Die Folge für Mobilwerbung ist, dass Nutzer mitunter zu einer falschen Bildschirmansicht oder schlimmer - zu einem fehlerhaften Link - geführt werden. Deep Links schaffen hier Abhilfe. Deep-Linking-Technologien leiten Nutzer zur richtigen Bildschirmansicht und können darüber hinaus erkennen, ob ein Nutzer die App installiert hat. Falls nicht, wird der Nutzer über dynamisches Deep-Linking zum geeigneten App Store geführt. Nach erfolgreicher Installation und dem ersten App-Start wird der ursprünglich angeforderte Bildschirm angezeigt.
 
2. Mobilwerbung lässt sich schlecht personalisieren
Im Web sorgen Cookies dafür, dass Nutzer erkannt werden und Werbung personalisierbar ist. Auf Mobilgeräten sind Cookies jedoch ein Fremdwort, da sie standardmäßig nur in Android-Webbrowsern unterstützt werden. Doch gibt es andere Methoden zur Personalisierung: iOS setzt die IDFA und Android die Advertising ID zur Nutzererkennung und personalisierten Werbung ein. Betrachten wir einige bewährte Lösungen etwas näher:
  • ·Geotargeting: Dies ist eine gute Methode, um zielgerichtete Nachrichten an Nutzer zu senden, die sich im unmittelbaren Bereich eines speziellen Geschäfts aufhalten. Ein Vermarkter kann sogar Einkaufserlebnisse mit erweiterter Realität schaffen. Sobald der Standort des Nutzers bekannt ist, kann er diesen Nutzer über personalisierte Werbung oder Push-Benachrichtigungen ansprechen.
  • In-App-Ereignisse: In-App-Ereignisse haben einen enormen Werbewert. Mit den Daten von solchen Ereignissen können Vermarkter künftige Werbeanzeigen anpassen und mehr Umsatz erzielen. Die Spielebranche ist hier ein gutes Beispiel: Wenn man weiß, dass ein Spieler ein spezielles Ziel erreicht hat, lassen sich Targeting- und Retargetingmethoden effektiver anwenden.
  • Retargeting: Diese beliebte Web-Methode erinnert (statt wirbt) bereits registrierte Nutzer und Stammkunden. Sie wird auf Mobilgeräten immer gefragter, da sie Kundenbindung und CLV steigert. Daten zu In-App-Ereignissen und bekannten Nutzerinteressen lassen sich mit Retargeting-Methoden sehr gut nutzen.
3. Alle Analysedaten unter einem Dach
Das beliebteste Analysetool für Web-Vermarkter ist Google Analytics. Obwohl es sich beim Auswerten von App-Store und In-App-Ereignissen als äußerst hilfreich erweist, unterstützt es keine mobile Attribution - ein Schlüsselelement der Mobilwerbung, um den Werbekreislauf zu schließen und den Erfolg einer Werbekampagne zu messen. Google Analytics oder ähnliche Analyseplattformen weisen Werbekampagnen nicht einer speziellen Medienquelle zu. So schießen Vermarkter ins Dunkle und können ihre Kampagne nicht wirksam optimieren. Vermarkter müssen wissen, welches Medium zur Installation verleitet und die treuesten und aktivsten Kunden angelockt hat. Informierte Werbeentscheidungen sind ohne mobile Attributionsanalysen unmöglich.
 
Kurz gesagt: Mobilwerbung ist eine Kunst für sich. Selbst erfahrene Web-Vermarkter sollten wissen, dass sich die mobile Welt stark von der des Webs unterscheidet. Wer den Umsatz einer Mobilwerbekampagne maximieren möchte, muss einen Schritt zurückgehen und sich einem anderen Werbesatz öffnen.

Online-Werbung in den USA wird zunehmend mobil. Bis 2018 könnte der Mobile-Anteil bereits über 50 Prozent betragen.

Noch liegen Standardformate klar vorne bei Buchungen mobiler Anzeigenplätze. Video und vor allem Native Advertising legen aber auch bei Smartphone-Werbung deutlich zu - und sorgen für Umsatzzuwächse.

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