Praxistipp 28.01.2015, 13:50 Uhr

Wie mobile Shops nutzerfreundlich werden

Für die meisten Smartphone-Nutzer ist es selbstverständlich, auch in mobilen Shops einzukaufen. Doch der kleine Bildschirm macht aus dem Einkauf oft eher einen Hindernislauf als ein schönes Erlebnis.
(Quelle: Fotolia / dennisjacobsen)
Wer kennt das nicht: Die Shop-Seiten laden auf dem Smartphone extrem langsam, der Text ist nur mittels Zoom und Scrollen lesbar, die Buttons sind kaum zu treffen. So oder so ähnlich erleben viele Nutzer heute noch Mobile Commerce, die Usability lässt schlicht zu wünschen übrig. Dabei wächst die Zahl der Mobile-Shopper stetig. In Deutschland werden mittlerweile rund 26 Prozent der E-Commerce-Transaktionen über mobile Endgeräte abgewickelt, wie der Criteo Mobile Commerce Report belegt. Wie sich die Benutzerfreundlichkeit verbessern lässt, erklärt Oliver Podzun vom Usability-Experten UsabilityHoch3. 
Schritt 1: Optimieren Sie Inhalte für mobile Endgeräte - Machen Sie Ihren Shop Augen- und Daumenfreundlich
Die Kernfrage, die sich jeder Shopbetreiber stellen sollte, lautet: In welcher Reihenfolge und in welcher Form sollten die Inhalte dargestellt werden, um den Nutzer bestmöglich abzuholen? Lange Ladezeiten schrecken ab. Achten Sie daher auf die Größe von Bildern und reduzieren Sie die Anzahl auf das nötige Maß. Kürzen Sie Texte, lange Inhalte will kaum jemand lesen. Verwenden Sie ausreichend große Schrift- und Buttongrößen. Denken Sie darüber nach, ob die Umstellung auf Responsive Design, also die automatisierte Anpassung an unterschiedliche Gerätegrößen, sinnvoll sein könnte. Bis zum Sommer möchte beispielsweise die Kaufhauskette Galeria Kaufhof  ihre Webangebot auf Responsive Design umstellen.

Schritt 2: Machen Sie Ihren Shop einfach, verständlich und intuitiv
Eine intuitive Benutzerführung ist unentbehrlich für einen mobilen Webshop. Passende Konfigurations- und Navigationselemente, kurze, knackige Teaser-Texte und passende Bilder erleichtern den Nutzer das schnelle Zurechtfinden. Strukturieren Sie die Navigation klar, indem Sie treffende Oberbegriffe wählen.
Schritt 3: Machen Sie beim Kaufen kurzen Prozess
Im Mobile Shop muss alles schnell gehen, jeder Klick ist deswegen ein Klick zu viel. Bieten Sie immer einen Kauf ohne Registrierung an. Beschränken Sie sich bei einer Registrierung auf die nötigsten Angaben. Niemand möchte auf dem kleinen Handy-Display lange Formulare ausfüllen. Achten Sie darauf, dass Ihre Formulare auch mobil richtig dargestellt werden und dass Eingabehilfen korrekt angezeigt werden. Der komplette Kaufprozess sollte nicht mehr als fünf Schritte enthalten und im Idealfall innerhalb einer Seite abgeschlossen sein.
Schritt 4: Setzen Sie richtige Kaufimpulse
Auch im Mobile Shop gilt: Shopper brauchen Kaufimpulse. Setzen Sie daher gezielt Handlungsaufforderungen ("Jetzt anfordern!") und Kaufanreize ("Jetzt 50 % billiger!") Da Mobile Shopper meist unterwegs und eher in Eile sind, müssen solche Impulse kürzer, stärker und direkter sein.
Schritt 5: Schaffen Sie Vertrauen
Viel Nutzer haben gerade beim mobile Shopping Angst vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten. Schaffen Sie daher Vertrauen, etwa durch den Einsatz von Gütesiegeln. Sie sollten an prominenter Stelle ausreichend groß platziert werden. Richten Sie eine kostenlose Service-Hotline ein, um Kundenfragen sofort beantworten zu können. Stellen Sie an gut sichtbaren Stellen Kundenmeinungen und -rezensionen bereit . Nutzer vertrauen anderen Nutzern.
Insgesamt nutzen rund 75 Prozent der Deutschen das Internet, 31 Millionen Deutsche surfen über mobile Geräte, hat die Acta-Studie 2014 ergeben.



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