Expert Insights 24.03.2016, 08:10 Uhr

Deep Linking und Streaming lassen Web und Apps zusammenwachsen

Mobile Deep Linking stellt für die Verbindung von App-Inhalten einen großen Sprung nach vorne dar. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber nicht erreicht. Denn seit Februar 2016 läuft Googles App Streaming.
Ingo Kamps, Head of Performance and Mobile Marketing bei Drillisch Telecom
Hyperlinks waren seit jeher das Scharnier, das Seiten im Web miteinander verbunden hat. Die mobile Revolution und das Aufkommen von Apps brachte das System aber schlagartig an seine Grenzen. Plötzlich war es weder möglich, von einer Suchmaschine auf Unterseiten einer App zu springen, noch ließen sich zwei Apps miteinander verbinden. Gebremstes Wachstum und geringere Conversion Rates waren die Folge. Kein Wunder, dass große Anbieter wie Google, Facebook, Apple oder Bing fieberhaft Lösungen suchten.
Sie fanden sie in Mobile Deep Links, deren Funktionsweise grundsätzlich den aus dem Web bekannten Hyperlinks gleicht. Mobile Deeps Links können überall eingesetzt werden: auf mobilen Websites, in E-Mails, in Sozialen Medien und in SMS-Nachrichten. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen Links ausschließlich die Startseite einer App ansteuern können.

Steigende Downloads, mehr Engagement und höhere Conversion Rates

Mit Deep Links erhalten Konsumenten eine deutlich komfortablere Nutzererfahrung und App-Anbieter profitieren von steigenden Downloads, mehr Engagement und höheren Conversion Rates. Es bleibt allerdings ein Haken: Der Nutzer muss die App bereits auf dem Smartphone installiert haben, damit das Prinzip funktioniert. Doch auch dafür wurde bereits eine Lösung gefunden - die so genannten Deferred Deep Links.
Bei Deferred Deep Links wird der Nutzer erst dann zur entsprechenden Unterseite innerhalb einer App geleitet, wenn er diese installiert und dann zum ersten Mal startet. Der Link begibt sich also in eine Art Warteposition, bis die entsprechende App auf dem Smartphone verfügbar ist.
Wird kein Deferred Deep Linking verwendet, bleiben nur zwei mögliche Ansprungziele: Eine mobile Website, auf der die entsprechende App zum Download angeboten wird oder die jeweilige App Präsenz bei Google Play oder im Apple App Store. Wird die App dann nach der Installation vom Nutzer geöffnet, erscheint wieder nur die Startseite.
Mobile Deep Linking stellt für die Verbindung von App-Inhalten einen großen Sprung nach vorne dar. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber in keiner Weise erreicht. Wenn häufig erst mal eine App heruntergeladen werden muss, kann niemand von einer überzeugenden Nutzererfahrung sprechen. Vor allem bei der Recherche nach bestimmten Themen kann diese Vorgehensweise ganz schön nervenaufreibend werden - ganz zu schweigen vom Zeitaufwand und eventuell notwendigem Datenvolumen.

Das könnte Sie auch interessieren