Gastbeitrag
29.12.2015, 09:21 Uhr

Wie Beacons dem stationären Handel helfen

Dem stationären Handel sagen viele keine rosige Zukunft voraus. Neben anderen Service-Angeboten können Beacons den Händlern dabei helfen, auch nach der Weihnachtszeit, Kunden zu gewinnen.
Beaconinside-Geschäftsführer Michael Kappler
Zu Weihnachten brummt das Geschäft und klingeln die Kassen sowohl im online- als auch im offline Handel. Kaum ist Weihnachten und das anschließende Umtauschgeschäft vorbei, werden jedoch wieder diejenigen Stimmen lauter, die dem stationären Handel keine rosige Zukunft voraussagen.
Michael Kappler, Mitgründer und Geschäftsführer von Beaconinside, zeigt auf, wie Beacons den Ladengeschäften nicht nur in der Weihnachtszeit Kundenströme bescheren: Denn will der Handel bestehen, muss er handeln - indem er sich auf seine Stärken besinnt und sich neben Angeboten auch mit kundenfreundlichen Serviceangeboten präsentiert.
Die Funktionsweise der Beacons - Mehrwert für Händler und Kunden
In erster Linie sind Beacons nichts weiter als kleine Bluetooth-Funksender, die aber vor allem innerhalb von Gebäuden eine wichtige Rolle einnehmen und eine genaue Lokalisierung des Kunden ermöglichen und Einzelhändlern so bislang ungenutzte Möglichkeiten bieten. Die Beacon-Technologie basiert auf einem Bluetooth Low Energy (BLE) Chip, mit dessen Hilfe Daten zum Standort von Smartphone-Nutzern an ein bestimmtes Endgerät übertragen werden. Der Beacon-Betreiber - zum Beispiel der Händler - erhält darüber hinaus keinerlei Daten vom oder zum Endgerät des Kunden, kann diesem aber aufgrund der Lokalisierungsfunktion standortrelevante Inhalte zur Verfügung stellen. Und davon profitiert dann auch der Kunde, indem er nützliche Informationen, Preisnachlässe oder Serviceangebote erhält.
Beacons erhöhen die Verkaufsargumente und steigern den Absatz
Beacons können Händler dabei unterstützen, ihren Abverkauf zu erhöhen. Mehrwert und Relevanz für den Kunden sind dabei die wichtigsten Faktoren, wenn sich Händler und Vermarkter für den Einsatz von Beacons entscheiden. Beides ist gegeben, wenn der Kunde dank der Beacons tagesaktuelle Angebote in Form von Coupons, Rabatte oder passende und relevante Produktempfehlungen direkt auf sein Smartphone gesendet bekommt und die Technologie somit als sinnvoll erachtet. Weltweit werden Beacons zu diesem Zwecke bereits eingesetzt - zum Beispiel vom französischen Parfümhersteller Reload. Der  hat in über 1.300 Parfümerien in 27 Ländern und verteilt auf drei Kontinenten Beacons installiert. Reload informiert über Produktneuheiten und aktuelle Angebote und nutzt diese Infrastruktur, um direkt in den Dialog mit dem Kunden treten zu können.
Beacons - eine Oase in der Servicewüste
Ein weiterer Vorteil von Beacons ist deren Fähigkeit, positiv zum Kundenservice beitragen zu können: So wird der Produktvergleich direkt vor Ort im Laden möglich, es können hilfreiche Informationen übertragen werden oder örtlich begrenzte Zusatzleistungen angeboten werden. McDonald’s etwa stattete zahlreiche McCafés mit Beacons aus und richtete mit ihnen digitale Lesezonen ein. Betritt der Gast die Beacon-Zone, kann er für die Dauer des Aufenthalts kostenlos im Lieblingsmagazin blättern, während er seinen Kaffee genießt. Das ist nicht nur ein deutlicher Mehrwert für den Gast: Der längere Besuch hat bei McDonalds zusätzlich auch zu mehr Umsatz verholfen.
Mehr Messbarkeit im Marketing
Neben einem unmittelbaren Kontakt mit dem Kunden liefern Beacons aber auch interessante Einblicke in das Besuch- und Konsumverhalten. In welchen Zonen haben sich die Kunden wie lange aufgehalten und mit Produkten beschäftigt? Wann wurde dem Nutzer ein Werbebanner auf dem Smartphone angezeigt, wann hat er dieses angeklickt und wann hat ihn die angezeigte Werbung auch tatsächlich zum Filialbesuch verführt? All das kann mit Hilfe der Beacons analysiert werden. E-Bebek, ein türkisches Handelsunternehmen, hat genau das umgesetzt: In der App wird Kunden eine Anzeige für zum Beispiel einen Kindersitz angezeigt. Mit Hilfe der Beacon-Software ermitteln Vermarkter, ob der Kunde daraufhin eine Filiale in seiner Umgebung besucht, wann das geschieht und wie lange er sich in der Filiale vor den Kindersitzen aufgehalten hat. Wird der Nutzer aber regelmäßig immer nur im Bereich der Spielwaren vermerkt, werden zukünftig mobile Werbebanner auch danach ausgewählt und ausgeliefert. Personenbezogenen Daten werden dabei grundsätzlich nicht gespeichert, die Nutzerdaten sind immer anonymisiert.
Die Entscheidung für den passenden Beacon-Anbieter treffen
In den vergangenen zwei Jahren hat man viel über die Beacon-Technologie, deren Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten gelesen. Immer mehr Händler sind vom Einsatz überzeugt, den meisten fehlt es aber noch an Transparenz am Markt. Welche Software- und Hardwarelösung passt und welcher Partner Installation und Wartung der Funksender übernimmt, sollte gut überlegt sein. Entscheidend bei den Beacons ist neben einer langen Batterielaufzeit auch die Softwareleistung. Sofern künftig auch andere Unternehmen oder Partner Zugang zur Beacon-Infrastruktur erhalten sollen, sollte sich der Händler frühzeitig darüber Gedanken machen, um den passenden Anbieter auswählen zu können: Anbieter mit diversen Sicherheitsmechanismen verhindern einen ungenehmigten Missbrauch und ermöglichen es dem Händler, jederzeit selbst zu entscheiden, wem er den Zugriff und die Nutzung erlauben möchte.
Beacons können vielfältig eingesetzt werden
Den Anwendungsbereichen der Beacon-Technologie sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Ob Stadien, Museen, Flughäfen oder der öffentliche Nahverkehr - alle Bereiche haben die Beacons bereits für sich entdeckt, um Kunden, Besuchern und Gästen Informationen und Mehrwerte auf ihr Smartphone zu senden: Im Museum erfährt der Kunstbegeisterte mehr über die Hintergründe des Kunstwerks und des Künstlers, der Reisende erhält die aktuelle Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle angezeigt, der Stadionbesucher freut sich auf dem Weg zu seinem Stehplatz über ein attraktives Sitzplatzangebot nah am Spielfeld und ein sehbehinderter Mitbürger bekommt im Bus einen Audio-Hinweis über die Buslinie und die nächste Station - das alles Dank installierter Beacons. Viele weitere Szenarien sind umsetzbar, in denen die Beacons für mehr Verkauf, mehr Informationen oder mehr Service sorgen.

Einen kleinen Haken hat die Technologie nach wie vor: Der Nutzer muss Bluetooth aktiviert und die dazugehörige App - vom Beaconbetreiber selbst oder die eines Drittanbieters - installiert haben, um Signale von den Beacons empfangen zu können. Dank der gesteigerten Nutzung von Freisprechanlagen, Sportarmbändern oder Smart Watches, die auf der Bluetooth-Technologie basieren, zeigt sich aber, dass die Hürden immer niedriger werden.
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