Umwandlung in AG 03.07.2014, 14:08 Uhr

Rocket Internet will an die Börse

Rocket Internet ist eine Aktiengesellschaft geworden - und strebt den Gang an die Börse an. Vorstandsvorsitzender der Internet-Holding ist Oliver Samwer.
Jetzt Vorstandsvorsitzender: Gründer Oliver Samwer
(Quelle: rocket-internet.de)
Gestern wurde die neue Rechtsform ins Handelsregister eingetragen: Rocket Internet ist nun eine Aktiengesellschaft - mit Oliver Samwer als CEO. Und das ist nur der erste Schritt: Möglicherweise schon im Herbst dieses Jahres will der Inkubator an die Börse, das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Wert des Unternehmens liege bei drei bis fünf Milliarden Euro. Finanzvorstand ist Peter Kimpel, der zuvor bei der Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet hat, ebenfalls im Vorstand ist Alexander Kudlich. Die drei sollen bereits Kontakt zu internationalen Investoren aufgenommen haben.
An Rocket Internet sind derzeit neben den Samwer Brüdern Alexander, Marc und Oliver die Investitionsgesellschaft Kinnevik mit 25 Prozent beteiligt und der russisch-stämmige Investor Len Blavatnik mit neun Prozent. Bankenkreisen zufolge wollen die drei keine Anteile abgeben, sondern den Erlös des Börsengangs in neue Beteiligungen stecken. Das hieße, dass möglicherweise nur 20 Prozent der Aktien an neue Aktionäre gehen und der Holding bis zu einer Milliarde Euro zufließen könnte. Als Banken sollen Berenberg, JPMorgan Chase und Morgan Stanley den Börsengang begleiten.
Rocket Internet, der sich selbst als größten Inkubator der Welt bezeichnet, ist direkt an mehr als 75 Start-ups beteiligt und hält unter anderem Anteile an Zalando, dessen Erstemmission ebenfalls bevorsteht. Auch bei dem Modehändler wollen die Inhaber ihre Anteile halten. Das sagte Finanzchef Rubin Ritter der Börsenzeitung (Druckausgabe). Es störe ihn, dass ein Gang an die Börse oft damit gleichgesetzt werde, dass die Gesellschafter Kasse machen wollten. "Das muss aber gar nicht der Fall sein. Ein IPO kann ja auch dazu dienen, Kapital für die Gesellschaft aufzunehmen, um diese auf eine neue Ebene zu bringen".

Inkubator Rocket Internet plant offenbar - neben dem eigenen IPO und Zalando - weitere Unternehmen aus seinem Portfolio an die Börse zu bringen. Sowohl der Onlineshopping-Club für Möbel und Einrichtungsgegenstände Westwing als auch der Lebensmittel-Lieferservice HelloFresh sollen fit für den IPO gemacht werden.

Wenigstens drei Dutzend Start-ups weltweit werden derzeit von Venture-Kapital-Firmen mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet. INTERNET WORLD Business zeigt die derzeit wertvollsten.


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