Payment-Abwicklung 08.04.2014, 17:17 Uhr

Jede vierte Firma arbeitet nicht SEPA-konform

Eigentlich galt der 1. Februar 2014 als Stichtag für die SEPA-Umstellung. Dann verlängerte die EU-Kommission die Frist. Zum Glück - oder doch nicht? Eine Studie von ibi resarch ging dieser Frage nach.
(Quelle: Fotolia.com/Markus Marb )
Noch Anfang Januar hat die EU-Kommission den Stichtag für die SEPA-Umstellung auf den 1. August 2014 verschoben, um ein halbes Jahr. Grund dafür war der alarmierende Umsetzungsstand, viele Unternehmen drohten das ursprüngliche Ende der Migrationsphase zu verpassen. In einer aktuellen Studie hat ibi research an der Universität Regensburg gemeinsam mit van den Berg und dem Bank-Verlag den Status quo und den Fortschritt des Umstellungsprozesses auf das SEPA-Verfahren untersucht, das in 33 Ländern verbindlich ist.
Der Erhebung zufolge besteht bei einem Viertel der Befragten Handlungsbedarf. Denn 23 Prozent der großen Unternehmen nutzen noch DTA-Lastschriften und 31 Prozent der mittleren Firmen reichen nach wie vor DTA-Überweisungen ein. Darüber hinaus ergab die Studie, dass bei jeweils einem Drittel der kleinen (31 Prozent) und mittleren (34 Prozent) sowie bei der Hälfte der großen Unternehmen Schwierigkeiten aufgetreten sind, als sie die SEPA-Überweisung eingeführt haben. Bei der Umstellung der Lastschriften seien sogar noch häufiger Probleme entstanden, räumten die Befragten ein. Am meisten machte den Händlern dabei die Konvertierung von IBAN und BIC zu schaffen.

Verbleibende Zeit nutzen

Verbesserungspotenzial sehen die Studienautoren außerdem beim Umgang mit den neuen Standards. So berücksichtigen nur 52 Prozent der Befragten, die bereits SEPA-Lastschriften nutzen, die Auswirkung der Rücklastschriften auf den Mandatszustand, 76 Prozent kündigen die Zahlung vorab an und immerhin 83 Prozent verwalten die Mandate regelkonform. Hierbei herrscht insbesondere bei kleinen Firmen noch Nachholbedarf, während die mittleren und großen Unternehmen meist schon regelkonform arbeiten.
Vor allem Organisationen, die immer noch Lastschriften und Überweisungen im alten Format einreichen, sollten deshalb die verbleibende Zeit intensiv für die Umstellung nutzen, so der Rat der Studienautoren. Denn eine weitere Verschiebung des Endes der Migrationsphase, wie sie kurz vor dem ursprünglichen Stichtag am 1. Februar 2014 überraschend durchgeführt wurde, werde es höchstwahrscheinlich nicht mehr geben.
Das wäre ohnehin nicht im Sinne der Befragten, ergab die Studie: 63 Prozent halten die Verschiebung des Stichtags gesamtwirtschaftlich nicht für sinnvoll. Andererseits steht bei 25 Prozent der Studienteilnehmer, die nach wie vor DTA-Überweisungen nutzen, der Termin für die ausschließliche Nutzung der SEPA-Überweisungen derzeit noch nicht fest. Das Gleiche gilt für 16 Prozent derjenigen Unternehmen, die immer noch DTA-Lastschriften einsetzen.
Die komplette Studie "SEPA-Umsetzungsstand in Deutschland - Eine Bestandsaufnahme nach dem 1. Februar 2014", die von 18. Februar bis 21. März 2014 erhoben wurde, sowie eine SEPA-Checkliste und ein SEPA-Leitfaden bietet ibi reasearch kostenlos zum Download an.
Auf welche Änderungen sich Online-Händler einstellen müssen und was sie bei der SEPA-Umstellung beachten sollten, erklärt das Dossier "SEPA-Einführung" von INTERNET WORLD Business. 

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