Global E-Tailing 2025
27.05.2014, 16:30 Uhr

So zieht die Zukunft des E-Commerce aus

In zehn Jahren könnte der Anteil des E-Commerce am gesamten Handelsvolumen bei 40 Prozent liegen - zumindest in Industrieländern. Das ergab eine Studie, die vier Szenarios für die Zukunft entwirft.
(Quelle: Shutterstock.com/pling )
Noch beträgt der Online-Anteil am weltweiten Handelsvolumen rund acht Prozent, doch im Jahr 2025 könnte er in den Industrienationen bereits bis zu 40 Prozent ausmachen, in Schwellenländern immerhin bis zu 30 Prozent. Eine wesentliche Rolle, die im Lauf der Jahre weiter zunehmen wird, kommt dabei der Logistik zu.
Unter anderem zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie "Global E-Tailing 2025" im Auftrag der Deutschen Post DHL, die das international tätige Beratungsunternehmen Z_punkt in Zusammenarbeit mit dem Trendforschungsinstitut See More sowie internationalen Experten aus Handel, Logistik und Forschung durchgeführt hat.
Im Rahmen der Erhebung haben die Studienautoren darüber hinaus vier Zukunftsszenarios entworfen, wie die elektronische Einkaufswelt für Verbraucher und Unternehmen weltweit schon bald aussehen könnte. Als Basis der unterschiedlichen Entwürfe diente eine Analyse wichtiger Einflussfaktoren von technologischen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen über Energie- und Rohstoffpreisen bis hin zu Handels- und Konsummustern.

Günstig und überall geliefert

Das erste Szenario geht davon aus, dass die Handelsunternehmen vorwiegend auf Multichannel setzen: Die Konsumenten können jederzeit einkaufen, über Smartphones ebenso wie über öffentliche Interfaces oder Ladengeschäfte, die oft nur noch als Showrooms dienen. Convenience ist ein Schlüsselbegriff, etwa dank zeitnaher Lieferungen an jeden gewünschten Ort - ein Standardservice der Zukunft. Allerdings bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor ein günstiger Preis.
In einem zweiten Szenario gehen die Forscher von einer Welt aus, in der es weltweit eine kaufkräftige Mittelschicht gibt. Da die Menschen nach individuellen Lebensformen und Selbstverwirklichung streben, prägen viele Lifestyle-Communitys den elektronischen Handel: Sie beeinflussen das Kaufverhalten breiter Bevölkerungsschichten. Im stationären Handel wird vor allem auf Erlebniskäufe gesetzt, während große Online-Händler und Plattformen den Mainstream-Markt bedienen. Wearables gehören zum Alltag.

Künstliche Intelligenz und regionaler Konsum

Tragbare Geräte wie Datenbrillen und smarte Kontaktlinsen gehören auch zur weitgehend digitalisierten Gesellschaft mit automatisierter Produktion, die im Mittelpunkt des dritten Szenarios steht. Der Handel findet primär online statt, Avatare übernehmen die individualisierte Kundenberatung und erwerben zum Beispiel Güter des täglichen Bedarfs für ihren "Wirt". Webshops passen ihre Angebote in Echtzeit an Kundenprofile an, in großen Metropolen ist Same-Day-Delivery inzwischen Standard. Darüber hinaus bieten viele Logistikunternehmen gegen Produktpiraterie geschützte Lieferketten an.
Und zuletzt entwerfen die Autoren ein Szenario, das insbesondere von erheblich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten infolge einer weiteren globalen Finanzkrise geprägt ist. Im Fokus stehen demnach künftig die Schlagworte Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz. Der Handel ist deutlich stärker regional geprägt, Leasing- und Sharing-Modelle sind weit verbreitet. Tauschgemeinschaften und eine Do-it-Yourself-Kultur bilden sich ebenfalls aus. Ein Großteil der Logistikunternehmen bietet neben klassischen Versorgungslösungen auch Ersatzteillogistik und Reparaturservices an.
Die Studie "Global E-Tailing 2025" der Deutschen Post DHL (DPDHL) hat die Trends und Entwicklungen im Online-Handel untersucht - und vier mögliche Szenarien entwickelt.
Mit der Zukunft des Handels setzt sich auch eine Studie des ECC Köln in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company auseinander. Demnach muss sich der Handel neu erfinden, um für eine erfolgreiche Zukunft gerüstet zu sein. Denn 90 Prozent der heutigen Online Pure Player werden in den kommenden Jahren verschwinden, so die Prognose der Studienautoren.
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