Studie 11.11.2015, 10:55 Uhr

So bedrohen Abmahnungen die Existenz von Online-Händlern

In welchen Fällen werden Online-Händler abgemahnt? Und wie bedrohlich sind solche Abmahnungen für die Existenz der Webshop-Betreiber? Das zeigt eine Studie von Trusted Shops.
(Quelle: Fotolia.com/vege)
Abmahnungen können für Webshop-Betreiber eine ernsthafte Existenzbedrohung darstellen. Das gaben 46 Prozent der Online-Händler an, die an der Studie "Abmahnungen im Online-Handel" von Trusted-Shops teilgenommen haben. Insgesamt waren die befragten Online-Händler 2015 mit 300 Abmahnungen konfrontiert. Die Kosten hierfür waren nicht unerheblich: 40 Prozent mussten Zahlungen in Höhe von 1.500 Euro pro Abmahnung leisten.
Das Problem ist, dass es nur selten bei einer Abmahnung bleibt. Somit können sich die Kosten rasch summieren und weitreichende Auswirkungen für das E-Commerce-Unternehmen haben. Lediglich 16 Prozent der Befragten glauben, dass Abmahnungen nicht existenzgefährdend werden können.

Häufige Gründe für Abmahnungen

Bei 20 Prozent der Online-Händler bestand der Abmahnungsgrund in begangenen Fehlern beim Widerrufsrecht. Offenbar haben Online-Händler mit der korrekten Belehrung über das Widerrufsrecht trotz eines gesetzlichen Musters große Probleme. Zweithäufigster Abmahnungsgrund ist mit 18 Prozent die Missachtung von Markenrechten. Auf dem dritten Platz platzieren sich irreführende oder gar falsche Preisangaben der Händler (15 Prozent). Dabei scheint die Angabe der Grundpreise, zum Beispiel der Preis pro Liter bei Flüssigkeiten, die Webshop-Betreiber vor große Herausforderungen zu stellen.

Abmahnungen zurückweisen

Zwei-Drittel der Studienteilnehmer widersprachen allerdings auch Abmahnungen mit Erfolg. Die Studie ermittelte, dass in einem Viertel der Fälle die eingereichten Abmahnungen nach Widerspruch als nichtig erklärt wurden. Und bei einem weiteren Viertel konnten zumindest die Kosten herabgesetzt werden. In jedem dritten Fall sind inhaltliche Veränderungen der Unterlassungserklärungen akzeptiert worden.

Webshop-Betreiber verlangen einfachere Gesetze

Bei der Studie konnten die Befragten Vorschläge unterbreiten, wie man die zahlreiche Abmahnungen besser kontrollieren und verringern kann. 16 Prozent der Online-Händler waren dafür, die Kosten für Anwälte zu limitieren. 14 Prozent forderten vereinfachte Gesetze. Denn viele Fehler werden begangen, weil die Händler mit den komplizierten Regelungen und Gesetzen überfordert sind und sie nicht verstehen, welche Aufgaben sie erfüllen müssen. Ebenfalls als wichitg erachteten die Webshop-Betreiber, dass keine Konkurrenten mehr abmahnen dürfen, sondern nur noch staatliche Behörden oder Verbände.
Einen andere Studie untersuchte, wie und ob Firmen in Deutschland die Wirksamkeit ihres Online-Marketings analysieren. Eines der Ergebnisse war, dass jeder zweite die Effizienz seiner Marketing-Kanäle nicht auswertet.

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