Konsumbarometer 2015 21.04.2015, 16:40 Uhr

Konsumenten nehmen sich mehr Zeit fürs Webshopping

Die Wirtschaftskrise hat bei Europas Konsumenten ihre Spuren hinterlassen, allerdings hat sich die Verbraucherlaune im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Das Webshopping gewinnt weiter an Bedeutung.
(Quelle: Shutterstock.com/Shutter_M)
Die europäischen Verbraucher beurteilen sowohl die allgemeine Situation ihres Landes als auch ihre persönliche Situation positiver als im Vorjahr.  Dabei sehen die Deutschen ihre wirtschaftliche Situation insgesamt optimistischer als der Durchschnitt der Europäer. Zu diesem Ergebnis kommt das Europa Konsumbarometer 2015, eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag von Commerz Finanz.
Dabei ist fast jeder dritte Verbraucher (62 Prozent) überzeugt, dass sich seine Art einzukaufen in den vergangenen fünf Jahren verändert hat. Die meisten Befragten, nämlich 73 Prozent, greifen beim Shopping verstärkt auf das Internet und mobile Technologien zurück. Lediglich 15 Prozent bestellen grundsätzlich keine Neuwaren im Web. Sowohl beim Webshopping als auch bei "Click & Collect", also der Online-Bestellung mit anschließender Abholung im Geschäft, spielt die Zeitersparnis eine entscheidende Rolle - noch vor oder gleich auf mit dem Preis. Lediglich sieben Prozent der Befragten Europäer gaben an, aus Qualitätsgründen online zu shoppen.
"Der stationäre Handel wird in Zukunft auf interaktive Konzepte zurückgreifen müssen, um den Gewohnheiten der Konsumenten zu entsprechen", meint Susanne Wigger-Spintig von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München. "Nur wenn Offline- und Online-Handel zusammenwachsen, werden moderne Konsumbedürfnisse befriedigt".

Mehr Zeit im Internet, weniger Zeit im Laden

Insgesamt geben 31 Prozent der Befragten an, mehr Zeit für Einkäufe zu investieren als 2009 - besonders beim Online-Shopping. Knapp jeder Zweite nutzt das Web für eine ausgiebige Recherche. 38 Prozent geben dafür an, weniger Zeit in stationären Läden zu verbringen.
Trotz gesteigerter Konsumlaune sind die Folgen Wirtschaftskrise allerdings nach wie vor spürbar. So empfindet mehr als jeder zweite Europäer seine finanzielle Situation schwieriger als vor fünf Jahren. 52 Prozent geben entsprechen an, weniger zu kaufen. Dabei nehmen auf Spontankäufe ab: 56 Prozent haben ihre Impulskäufe demnach reduziert. Dafür vergleichen sie Preise nun stärker (83 Prozent) und warten auf spezielle Angebote.
Commerz Finanz gibt das Europa Konsumbarometer jährlich heraus. Die aktuelle Studie basiert auf einer Befragung von mehr als 8.700 Europäern über 18 Jahren in zwölf Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn.

Auch 2015 entwickelt sich der E-Commerce weiter. Welchen strategischen und technologischen Herausforderungen müssen sich Händler in diesem Jahr stellen und welche Themen sollten sie im Auge haben?

Webrooming, Showrooming und dazu immer mehr mobile Geräte, die im stationären Ladengeschäft zum Einsatz kommen. Was die Trends im Bereich "Omnichannel" sind, hat ystats.com zusammengefasst.

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