Zukunftsszenario
11.04.2014, 11:54 Uhr

Der Handel im Jahr 2020

Hat der stationäre Handel eine Zukunft? Das hat nun eine Zukunftsstudie ermittelt. Bis zum Jahr 2020 wird sich demnach einiges ändern - und das Internet treibt den Wandel weiterhin voran.
(Quelle: Fotolia.com/kritiya)
Der E-Commerce hat bereits heute großen Einfluss auf die Handelsstrukturen in Deutschland - in Zukunft wird sich dessen Bedeutung noch verstärken. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Handelsszenario 2020 des IFH Köln. Das Institut hat dabei anhand von vier unterschiedlichen Szenarien berechnet, wie die Handelswelt im Jahr 2020 aussieht.
Je nach Szenario rechnen die Experten mit 24.000 bis 58.000 Geschäften weniger in Deutschland. Sie unterscheiden dabei zwischen zwei Online-Szenarien und zwei Offline-Entwicklungen. Während die beiden ersten von weiterhin anhaltend hohen Wachstumsraten im E-Commerce ausgehen, sind die Offline-Vorhersagen verhaltener: Darin wird der Online-Handel zwar weiter an Bedeutung gewinnen, aber mit abnehmenden Wachstumsraten.

Handel muss sich neu erfinden

Lediglich in dem Mehrwert-Szenario "City Revival 2.0" (eine der beiden Offline-Berechnungen) kann der Einzelhandel ein Marktwachstum erzielen. Dieses ist gekennzeichnet durch eine verstärkte Markenorientierung, Nachhaltigkeitsbemühungen und die Erschließung neuer Zielgruppen. In den übrigen drei Szenarien sagen die Experten dem stationären Einzelhandel Verluste in einer Höhe zwischen minus 59 und minus vier Milliarden Euro voraus.
Ganz aussterben werden die Ladengeschäfte aber trotzdem nicht: Für spontane Shopping-Erlebnisse bleiben sie weiterhin unverzichtbar. Eine Überlebenschance bieten zudem durchdachte Multi-Channel-Konzepte, die beide Kanäle sinnvoll miteinander verknüpfen. "Der Handel muss sich neu definieren", so das Fazit von IFH-Geschäftsführer Boris Hedde: "Der Händler vor Ort wird zum Berater, Animateur, Stylisten oder Gastronomen und bleibt eben auch Verkäufer. Der Handel ist jetzt gefragt, tragfähige Konzepte zu entwickeln und die Weichen für die Zukunft zu stellen". Die Studie basiert auf Daten und Fakten in Zahlenreihen der Jahre 2000 bis 2020.
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