Cross-Channel-Commerce
05.05.2015, 14:50 Uhr

Deutschlands größter Showroom heißt Amazon

Immer öfter bereiten deutsche Konsumenten Einkäufe bei stationären Händlern vor, indem sie im Web recherchieren. Erste Anlaufstelle für die Suche nach geeigneten Produkten ist Amazon, weit vor Google.
(Quelle: Shutterstock.com/Bplanet)
Fast zwei Drittel der Internetnutzer in Deutschland zählen zu den sogenannten selektiven Webshoppern: Sie kaufen sowohl online als auch bei stationären Händlern ein. Dagegen befinden sich die acht Prozent der Nutzer, die nicht gerne im Web einkaufen, in der deutlichen Minderheit. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie "Cross-Channel im Umbruch - Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7" des ECC Köln in Zusammenarbeit mit hybris software.
"Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus, nicht jedoch der stationäre Handel, konstatiert Eva Stüber, Leiterin Research und Consulting am IFH Köln, zu dem das ECC Köln gehört. "Ein Blick auf die jüngere Zielgruppe verrät, dass auch in Zukunft nur eine Minderheit ausschließlich online shoppt. Konsumenten werden weiterhin sowohl im Netz als auch in den Innenstädten einkaufen."

Online-Recherche vor dem stationären Einkauf

Bevor die Kunden zum Händler ihrer Wahl um die Ecke gehen, informieren sie sich häufig vorab im Internet. Das trifft - über alle Produktgruppen hinweg betrachtet - auf mittlerweile knapp 40 Prozent der Einkäufe zu. Insbesondere den sogenannten Smart Natives dient das Web als Showroom schlechthin: Mehr als die Hälfte der Einkäufe, die 20- bis 25-Jährige tätigen, werden in Webshops vorbereitet. Der Beratungsklau, bei dem Kunden die stationären Händler lediglich an Informationsquelle vor dem Online-Kauf (aus)nutzen, ist dagegen zurückgegangen - er trifft nur noch bei jeder zehnten Bestellung im Internet auf.
Kanalübergreifende Informationssuche vor dem Einkauf
(Quelle: ECC Köln / hybris software)
 Erste Anlaufstelle im Netz für deutsche Konsumenten, wenn es um die Suche nach geeigneten Produkten geht, ist Amazon. Bei mehr als einem Drittel der Online-Käufe haben sich die Webshopper zuerst bei dem Marktplatz informiert - unabhängig davon, bei welchem Anbieter sie anschließend tatsächlich die Produkte ihrer Wahl bestellt haben. Damit rangiert der Internet-Generalist deutlich vor der Suchmaschine Google, die lediglich auf 14,3 Prozent kommt. Noch weniger Einfluss haben der Studie zufolge Preisvergleichsseiten, die gerade einmal für 6,7 Prozent der Informationssuchen genutzt werden.
So deutlich der Vorsprung von Amazon auf Google und vor allem andere Anbieter ist, so differenziert sollte die Frage nach der bevorzugten Informationsquelle vor dem Einkauf betrachtet werden. Wo Webshopper ihre Wunschprodukte suchen und finden, hängt nämlich sehr stark von der Produktkategorie ab. Darauf weist eine W3B-Studie von Fittkau & Maaß hin, für die 29.000 Online-Käufer zu ihren Recherche-Gewohnheiten befragt wurden.
In der Studie "Shopsysteme in Deutschland 2015" hat das EHI Retail Institute die 1.000 größten Webshops in Deutschland unter die Lupe genommen - und teilweise erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.
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