Online-Videothek
17.04.2014, 10:32 Uhr

Netflix bald auch in Deutschland

Schon lange wurde darüber spekuliert, nun könnte es im Herbst dieses Jahres tatsächlich soweit sein: Medienberichten zufolge startet Netflix im September auch in Deutschland.
(Quelle: shutterstock.com/Twin Design)
Spätestens seit Anfang des Jahres mehrten sich die Anzeichen, dass Netflix auch in Deutschland sein Glück versuchen will.  Schon im Januar hat die Online-Videothek für ihr Büro in den Niederlanden Mitarbeiter gesucht, die Deutsch, Französisch, Polnisch und Ungarisch sprechen. Der Video-On-Demand-Service  hat damals alle Gerüchte dementiert.
Nun berichtet Curved, dass Netflix bereits für Herbst 2014 seinen Deutschlandstart vorbereitet. Das Magazin will von "von mehreren mit dem Prozess vertrauten Personen" erfahren haben, dass der Service für deutsche Kunden bereits im September live gehen könnte. Zudem sei zum Launch eine großangelegte Werbekampagne in deutschen Großstädten geplant. Das US-amerikanische Unternehmen selbst wollte den Termin bisher nicht kommentieren.
Weltweit hat Netflix bereits mehr als 44 Millionen Mitglieder, in den USA sind es mehr als 33 Millionen. Gerade mit der selbst produzierten und erfolgreichen Serie "House of Cards" mit Kevin Spacey in der Hauptrolle machte die Online-Videothek im vergangenen Jahr Schlagzeilen. Zwei Staffeln gibt es bereits davon, die Dritte ist geplant.
Deutsche On-Demand-Dienste wie Maxdome oder Watchever dürften dem Deutschlandstart von Netflix wohl mit einigen Sorgen entgegenblicken. Doch auch klassische TV-Sender sehen sich einer zunehmenden Konkurrenz durch Online-Videotheken ausgesetzt, wie eine US-amerikanische Studie von Experian belegt.
Demnach sei in den USA die Anzahl der so genannten Cord Cutters, also derjenigen, die zwar über eine High-Speed-Internetverbindung, aber keinen Kabel- oder Satteliten-TV-Service mehr verfügen, von 4,5 Prozent im Jahr 2010 auf 6,5 Prozent im Jahr 2013 angestiegen. Bei Haushalten, die über einen Netflix- oder Hulu-Zugang verfügen, ist die Anzahl der Cord Cutter sogar drei Mal so hoch (18,1 Prozent). 
Zudem erhöht auch die Möglichkeit, Online-Services auf dem TV-Bildschirm zu sehen, die Wahrscheinlichkeit, dem klassischen Fernsehprogramm den Rücken zu kehren. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen zu Cord Cuttern werden, die die On-Demand-Dienste über Tablet und Smartphone nutzen, um 1,5 Mal höher als der Durchschnittswert. Bei denjenigen, die Dienste wie Netflix vor allem über den TV-Bildschirm nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit 3,2 Mal höher.
Ob Video-On-Demand auch in Deutschland zur Bedrohung für TV-Sender wird, erklärt Sven Eckoldt, Product Manager bei MediaBroadcast im Interview mit der INTERNET WORLD Business.




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