Verkauf von Plus.de 07.10.2014, 14:50 Uhr

Edeka erwirbt Tengelmann E-Stores

Die Unternehmensgruppe Tengelmann verkauft ihr Supermarktgeschäft an den Konkurrenten Edeka. Mit im Deal inbegriffen: Die Online-Tochter E-Stores, die unter anderem Plus.de und GartenXXL.de betreibt.
Firmenzentrale von Tengelmann in Mülheim an der Ruhr
(Quelle: Tengelmann)
Im Vordergrund stehen die Supermärkte der Unternehmenstochter Kaiser's Tengelmann, doch für die Internetbranche sind vor allem die Online-Ableger von Bedeutung, die ebenfalls von dem Deal betroffen sind: Der Mülheimer Handelskonzern Tengelmann verkauft neben seiner Supermarktsparte, zu der derzeit 451 Kaiser's- und Tengelmann-Filialen in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen gehören, auch gleich einige weitere Töchter an den Edeka-Verbund.
Davon betroffen sind unter anderem die Metzgerei Birkenhof und der Inneneinrichter Ligneus sowie der Lieferdienst Bringmeister und die Online-Tochter Tengelmann E-Stores, die unter anderem die Webshops Plus.de und GartenXXL.de betreibt. Tengelmann E-Stores soll in die Organisation der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount integriert werden.

Keine Zukunftsperspektive

"Unser Online-Shop hat unter dem Dach von Netto als Multichannel-Anbieter deutlich größere Marktchancen als heute als reiner Pure Player", erklärt Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann. Offensichtlich sieht die Unternehmerfamilie Haub, die sich nach eigenen Angaben lange gegen einen Verkauf des Traditionsgeschäftsfeldes gesträubt hat, keine Zukunftsperspektive mehr für ihre Supermarktkette.
Auch in der Branche rief die Bekanntgabe der Übernahme bereits erste Reaktionen hervor: "Wir haben das Familienunternehmen als Mitbewerber geschätzt und Tengelmann hat uns insbesondere in der Gründungsphase als Vorbild gegolten", bedauerte beispielsweise Karsten Schaal, Gründer des Online-Supermarkts Food.de, den Verkauf.
Die Supermarktsparte Kaiser's Tengelmann, die zum 30. Juni 2015 an Edeka abgegeben werden soll, erzielte zuletzt mit ihren knapp 16.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. Zu Kaufpreis und Vertragsdetails machte das Unternehmen, zu dem auch die Baumarktkette Obi und der Textildiscounter kik sowie die Webshops baby-markt.de und Westwing gehören, keine Angaben.
Im vergangenen Jahr war Tengelmann unter anderem beim Möbel-Webshop Westwing eingestiegen, die Tochter GartenXXL, die nun an Edeka geht, war im Juli 2014 nach Österreich expandiert.

Das könnte Sie auch interessieren