Fintech-Start-up 07.01.2016, 09:45 Uhr

treefin: Die "All-Finanzlösung" für die Hosentasche

Konten, Versicherungen, Kapitalanlagen: All das soll der Nutzer an einem Ort verwalten können - dank der App treefin, einer "All-Finanzlösung". Wie das genau funktioniert, erzählt Andreas Gensch im Interview.
Andreas Gensch, Vorstand treefin
(Quelle: treefin)
Mit der "All-Finanzlösung" treefin soll dem Kunden die Möglichkeit geboten werden, sowohl Konten und Versicherungen als auch Kapitalanlagen auf einen Blick verwalten zu können. Das Fintech-Start-up bietet seinen Kunden somit eigenen Angaben zufolge einen "360 Grad Blick" auf deren Finanzen. Der Nutzer soll mit treefin mehr Transparenz in seine Finanzsituation bringen können und diese so optimieren. Wie genau der "Finanzassistent für die Hosentasche" funktioniert, erzählt Andreas Gensch, Vorstand von treefin, im Interview.
Seit wann gibt es treefin und die dazugehörige App?
Andreas Gensch: Rechtlich haben wir treefin vor einem Jahr gegründet. Mit der App, sowohl iOS als auch Android, sind wir Mitte Oktober 2015 live gegangen. Bis jetzt zählen wir 1.500 registrierte Nutzer.
Wie entstand die Idee für das Start-up?
Gensch: Ich habe den CEO von treefin Reinhard Tahedl bei einem Mittagessen kennengelernt. Seitdem standen wir im guten Kontakt und haben zwei entscheidende Sachen festgestellt: Einerseits, dass die derzeitige "Innovationswelle" auch den Finanzsektor erreichen wird, andererseits, dass es bei der Verwaltung der persönlichen Finanzen an Transparenz fehlt. So entstand die Geschäftsidee für treefin.
Was ist Ihr unique selling point (USP)?
Gensch: Unser USP ist sicherlich die "All-Finanzlösung". Mit dieser ist es möglich alle Finanzen- und Verträge über ein Portal zu verwalten. Außerdem ist es unsere Unabhängigkeit. Wir verkaufen dem Kunden kein Produkt. Wir sehen uns ganz klar als eine Plattform und als Assistent des Kunden.
Wie finanzieren Sie sich?
Gensch: Wir verdienen Geld, wenn wir einen User an eine dritte Person weiterleiten wie zum Beispiel an einen Berater oder an ein Vergleichsportal.
Zur Verwaltung der Kundendaten haben Sie sich für Datev entschieden, warum?
Gensch: Wir haben uns für Datev aus zwei Gründen entschieden. Zum einen wegen dem Thema "Vertrauen", was in unserem Bereich eine entscheidende Rolle für den Erfolg spielt. Denn, wenn uns die Kunden bezüglich der Verwaltung dieser sensiblen Daten nicht vertrauen, wird unser Geschäftskonzept keinen Erfolg haben können. Vertrauen ist somit für uns die größte Hürde. Zum anderen hat die Datev sehr hohe Sicherheitsstandards und einen guten Ruf, was sichere Datenverwaltung angeht. Beides ist im Finanzbereich unerlässlich für die Kunden.
Wer ist Ihre Zielgruppe?
Gensch: Unsere Zielgruppe würde ich nicht an einem Alter festmachen, sondern an Gruppen: Das sind zum einen "Digital-Natives" und zum anderen "effizienzorientierte Performer".
Welche Maßnahme ergreifen Sie, um treefin zu bewerben?
Gensch: Wir bauen derzeit unser Marketing-Konzept auf drei Säulen: Erstens Performance Marketing (Facebook, Twitter, Instagram), zweitens Einbindung der Multiplikatoren wie zum Beispiel Berater oder Business Angels und drittens Präsenz auf Events.
Was ist das langfristige Ziel von treefin?
Gensch: Ganz grundsätzlich ist unser langfristiges Ziel, bei unserem Kunden die lebensverändernden Ereignisse zu identifizieren und ihn auf dieser Grundlage beraten zu können. Zum Beispiel der Eintritt in den Beruf, Vermögensaufbau und -absicherung.
Was steht bei treefin für 2016 auf der Agenda?
Gensch: Zwei Sachen stehen bei uns an: Wir planen für 2016 eine weitere Finanzierungsrunde und ein entscheidendes Thema wird für uns "Daten-Intelligenz" sein. Das bedeutet, dass wir aufgrund der Kontodaten, Optimierungspotenziale für den Kunden errechnen. 
Wie wird sich ihrer Meinung nach der Versicherungsmarkt verändern?
Gensch: Heute hat der "Durchschnitts-Deutsche" 5,8 Verträge und gibt im Jahr rund 2.300 Euro für Versicherungen aus. Das entspricht im Schnitt den jährlichen Ausgaben für Lebensmittel. Das bedeutet, dass der Markt in Deutschland für Versicherungen ungefähr 170 Milliarden Euro schwer ist. Das Problem bei dem Versicherungsmarkt ist, dass derzeit hier noch eine enorme Intransparenz vorherrscht. Aber in dieser Industrie wird es die nächsten Jahre meiner Meinung nach starke Veränderungen geben. Zum Beispiel wie der Vertrieb zum Kunden abläuft: Es wird einen Shift vom klassischen Vertragsabschluss über einen Berater hin zu Online-Abschlüssen geben. Hier ist Check24 ein gutes Beispiel. Denn sie haben es bereits in den vergangenen Jahren geschafft die Online-Abschlüsse zu steigern.

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