Technologie-Unternehmen 16.07.2014, 11:00 Uhr

Europas am höchsten bewertete Start-ups

Wer es in der Technologiebranche zum Einhorn gebracht hat, hat es geschafft. GP Bullhound stellt 30 europäische Start-ups vor, die bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar wert sind.
(Quelle: Shutterstock.com/docstockmedia )
Erst nach dem Jahr 2000 gegründet, und doch schon mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet - das ist so selten, dass die Branche dafür den Begriff "Unicorn" (englisch: Einhorn) geprägt hat. Die internationale Investmentbank GP Bullhound stellt in einer Studie 30 europäische Start-ups der Technologieszene vor, die diese Voraussetzungen erfüllen.
Demnach kommen die meisten dieser Unicorns aus Nordeuropa, allein elf Unternehmen stammen aus Großbritannien, in den skandinavischen Ländern Schweden und Finnland sind zusammen sechs Firmen ansässig und in Russland haben fünf Start-ups ihren Hauptsitz. Die restlichen Kandidaten verteilen sich auf Deutschland, Frankreich, Irland, Israel, Italien, Luxemburg und Spanien. 
Auf die ersten drei Plätze schafften es der russische Suchkonzern Yandex, der IP-Telefonieanbieter Skype und der Modeversender Asos (siehe Grafik). Immerhin - und gerade noch - in die Top Ten schaffte es der Schuh- und Modeversender Zalando, der einzige Vertreter aus Deutschland. Das Unternehmen ist der Studie zufolge knapp vier Milliarden US-Dollar wert.
(Quelle: GP Bullhound)
 Eine Untergliederung nach Sektoren zeigt, dass die meisten Start-ups im Bereich E-Commerce tätig sind (43 Prozent). Dahinter folgen die Branchensegmente Software (20 Prozent), Gaming (17 Prozent), Fintech (13 Prozent) und Ad Monitisation (sieben Prozent). Auffällig ist zudem, dass gerade einmal sechs Firmen, also 20 Prozent, im B2B-Bereich aktiv sind, während sich die restlichen 24 europäischen Unicorns im B2C-Geschäft bewegen. Dazu zählen unter anderem Asos, der Musikstreaming-Dienst Spotify, der Modeversender Yoox und der Kleinkredit-Vermittler Wonga.

Vergleich zu USA nicht scheuen

Den Vergleich mit den USA brauchen die europäischen Start-ups der Erhebung von GP Bullhound zufolge nicht zu scheuen: Den 30 Technologieunternehmen aus Europa, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden, stehen 39 amerikanische gegenüber, die zwischen 2003 und 2013 gegründet wurden. Der durchschnittliche Wert der europäischen Unternehmen liegt bei rund drei Milliarden Dollar, bei den US-Firmen beträgt der Durchschnittswert 3,6 Milliarden US-Dollar.
"In den vergangenen Monaten sind die Unicorns aus der Technologie-Branche zunehmend in den Fokus der Berichterstattung gerückt", erklärt Manish Madhvani, Managing Partner bei GP Bullhound. "Dabei wurde fast immer über US-amerikanische Unternehmen gesprochen. Den europäischen wurde entweder wenig Beachtung geschenkt oder es wurde behauptet, dass Gründern in Europa der unternehmerische Sinn und die Risikobereitschaft abgehen. Unsere Zahlen widerlegen diese Behauptung ganz klar."

Wenigstens drei Dutzend Start-ups weltweit werden derzeit von Venture-Kapital-Firmen mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet. INTERNET WORLD Business zeigt die derzeit wertvollsten.




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