Online-Payment
20.04.2015, 11:30 Uhr

Sparkassen-Tochter Payone wird zur Bank

Die Sparkassen geben beim Online-Payment Gas: Der Kieler Payment-Anbieter Payone hat eine Zulassung als Zahlungsinstitut bekommen und kann künftig alle Zahlungsleistungen aus einer Hand anbieten.
Payone und Sparkasse Finanzgruppe
Der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörende Payment Service Provider (PSP) Payone hat von der Bundesanstalt für Finanzdiensteistungsaufsicht (BaFin) eine Banklizenz bekommen. Damit kann das Kieler Unternehmen künftig alle Dienstleistung eines Kreditinstitutes anbieten.
Die Lizenz nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) ist die Voraussetzung dafür, zum Beispiel Geld von Kunden zu verwalten und zu verwahren. Mit dem Erhalt dieser Lizentz wird Payone zum regulierten Zahlungsinstitut und ist berechtigt Dienstelistungen zu vollbringen, die Banken vorbehalten sind.
Die praktischen Folgen erklärt Payone-CEO Carl Frederic Zitscher: "Statt mehrerer Verträge mit unterschiedlichen Akzeptanzpartnern wie Banken, Kreditkartengesellschaften oder Anbietern von alternativen Zahlungsarten benötigen Händler dank unserer Zulassung als Zahlungsinstitut zukünftig nur noch einen Vertrag mit Payone, um Zahlungen über eine Vielzahl relevanter Zahlungsarten im E- und M-Commerce zu akzeptieren."
Die Sparkassen-Finanzgruppe hatte im Dezember 2014 80 Prozent der Payone-Anteile übernommen. Damit zog die Gruppe einen Schlusstrich unter die Versuche, eigene Onlinepayment-Dienste zu entwickeln. Der Erwerb der Banklizenz ermöglicht Payone jetzt, innerhalb der Sparkassen-Organisation als Bank aufzutreten. Bislang beschränkte sich das Unternehmen nur auf die technische Abwicklung von Bezahlvorgängen. Nach eigenen Angaben zählt Payone derzeit 2.500 E-Commerce-Unternehmen zu seinen Kunden.
Der Zusammenschluss mit den Sparkassen eröffnet den Kielern einen breiten Marktzugang - derzeit hat die Sparkassen-Organisation einen Marktanteil von gut 16 Prozent am Geschäftsvolumen im deutschen Bankensektor. Vor allen bei Privatkunden stehen die Sparkassen hoch im Kurs: 2010 betrug der Sparkassen-Anteil an den privaten Geldeinlagen rund 38 Prozent.

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