Gastbeitrag
17.03.2016, 14:30 Uhr

Gute Produkte entstehen aus Mut zum Scheitern

Produkt-Updates im Online-Shop entstehen nicht nur durch aktuelle Herausforderungen und Kunden-Feedback. Auch fehlgeschlagene A/B-Tests bergen Chancen. Daniel Lange, Head of Product bei Klarna DACH erklärt, wie neue Features entstehen.
(Quelle: Fotolia.com/Edyta Pawlowska)
Von Daniel Lange,Head of Product bei Klarna DACH
Der Online-Handel ist schon längst mobil. Mobile Endgeräte sind je nach Branche für ein Drittel der Umsätze verantwortlich. Laut einer unserer Statistiken werden sogar 50 Prozent der Einkäufe, die über den Zahlungsdienstleister erfolgen, mobil getätigt. Dennoch: Immer wieder kommt es auf Smartphones und Tablets zu Kaufabbrüchen in letzter Sekunde. Langwierige Bezahlprozesse oder Webseiten, die nicht für die mobile Nutzung optimiert sind, sind Gründe dafür.                                                                                                                                                           
Auch setzt ein Großteil der Händler keinerlei Maßnahmen zur Verbesserung des Checkout-Bereiches ein. Dabei wissen 80 Prozent von ihnen, dass in ihm wortwörtlich das Geld steckt. Um den Checkout optimal zu gestalten, bedarf es jedoch Zeit und Energie sowie eines guten Gespürs für die Bedürfnisse der Kunden. Dazu gehört auch ein sinnvolles Angebot an Zahlungsarten. Denn: 53,7 Prozent der Käufer brechen laut ibi research ihren Kauf ab, wenn sie nicht die gewünschte Zahlungsart vorfinden.

Heute aktuell, morgen schon überholt

Zudem ist es durch die steigende mobile Nutzung Pflicht, den Checkout für die Nutzung auf Tablet und Smartphone zu optimieren: eine gut lesbare Anzeige der Eingabefelder, eine knappe und aussagekräftige Produktbeschreibung sowie ein responsives Design, das Inhalte auch auf einem kleinen Display gut darstellt, gehören dazu. Das bedeutet für Händler: Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sie sich als Handels- und Technologieunternehmen verstehen. Online-Händler müssen den neuesten technologischen Ansprüchen gerecht und Features und Services ständig aktualisiert und überarbeitet werden. Denn Tools, die heute topaktuell sind, sind morgen schon überholt. 

Um den größen Output aus dem Checkout zu erlangen, bedarf es Spezialisten, die volle Kraft und Fachwissen in den Kassenbereich stecken können und ihn ständig weiterentwickeln. Für den Online-Händler sollten diese Updates ohne jegliches Zutun erfolgen, das heißt der Checkout wird immer im Hintergrund optimiert. Diese Aufmerksamkeit können nur wenige Online-Händler dem Checkout schenken, weshalb es Sinn macht, den eigenen Checkout einem externen Zahlungsanbieter anzuvertrauen. Davon profitieren Händler und Endkunde. 

Immer den Kunden im Blick behalten

Um als Zahlungsanbieter Inspiration und Input für neue Produkt-Features zu erhalten, hilft es sich auch mal die “Schuhe der Kunden” anzuziehen. Denn neue Ideen entspringen häufig auch der täglichen Shopping-Erfahrung. Kundensupport und Sales-Team sollten daher täglich in unmittelbarem Kontakt mit Endkunden und Online-Händlern stehen. Für uns ist aber auch das Feedback aus den übrigen Unternehmensabteilungen wichtig.
Zudem werden neue Features bei Klarna auf Basis der Analyse von Daten über bereits getätigte Einkäufe entwickelt. Auch helfen Usability-Tests, um herauszufinden, wo die Schwächen eines Produktentwurfs liegen. Wir lassen dafür Kunden neue Features und Software-Updates testen, um deren Nutzbarkeit festzustellen und Fehler rechtzeitig zu beseitigen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Kunden ein Produkt einsetzen, desto höher ist auch die Datenbasis, die herangezogen werden kann, um das Produkt zu verbessern. Noch mehr Meinungen und Wünsche können berücksichtigt, das Produkt somit noch besser auf die Kunden zugeschnitten werden.
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