Otto Group 17.05.2017, 16:00 Uhr

Otto: Mit Plattform-Fokus zu 17 Milliarden Umsatz

Die Otto Gruppe plant für das Geschäftsjahr 2022/23 17 Milliarden Euro Umsatz einzufahren. Um das Ziel zu erreichen, muss die Gruppe aber jedes Jahr eine Umsatzsteigerung von 800 Millionen Euro erreichen.
(Quelle: Otto Group)
Die Otto-Gruppe will im Geschäftsjahr 2022/23 17 Milliarden Euro Umsatz in ihren Bilanzen stehen haben. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17, das am 28. Februar endete, waren erst 12,5 Milliarden Euro Umsatz in der Kasse. Um das Ziel zu erreichen, muss die Gruppe also jedes Jahr auf vergleichbarer Basis eine Umsatzsteigerung von 800 Millionen Euro erreichen. Das ist auf jeden Fall mehr als die fünf Prozent auf vergleichbarer Basis, die die Otto-Gruppe zuletzt auswies.
Um die Ziele zu erfüllen, hat der neue Konzernvorstand Alexander Birken in seinen 100 Tagen Amtszeit mit dem Vorstand aber auch den Mitarbeitern um die Zukunft von Otto gerungen und den gesamten Konzern nach Geschäftsmodellen durchleuchtet, die besonderes Potenzial haben könnten.
"Wir haben uns gefragt, wie die Zukunft der Otto Group aussehen könnte, wie wir Maßstäbe setzen und uns neu erfinden können", sagte Birken im Rahmen der Vorstellung der neuen Konzernstrategie. Als wichtige Stellschrauben für die ehrgeizigen Wachstumspläne wurden gezielte Investitionen in besonders vielversprechenden Geschäftsmodelle, ein breiter Ausbau der Kundenbasis, die Öffnung für externe Partner und eine deutlich stärkere interne Vernetzung definiert.
Ein wichtiger Hebel ist der Fokus auf den Ausbau von Otto.de zur Plattform. Nicht nur neue Händler und Marken, darunter auch stationäre, sollen auf Otto.de andocken und das Sortiment von aktuell rund 2,1 Millionen Artikeln um Produkte in bestehenden Kategorien wie Wohnen, aber auch neuen Kategorien wie FMCG erweitern. Mit Unterstützung der Partner soll das Sortiment auf fünf bis zehn Millionen anwachsen. Auch Services sollen über die richtigen Technologien und mit dem persönlichen Otto-Touch die Plattformstrategie der Gruppe stützen. Der neue Otto-Mietshop "Otto Now" sei nur ein Beispiel, wohin die Reise gehen könnte. "Da wird noch viel mehr geschehen", verspricht Birken.

About You gilt als Hoffnungsträger

Auch der Online-Modeshop About You gilt weiter als großer Hoffnungsträger der Gruppe. Innerhalb eines Jahres hat sich der Umsatz des Fashion-Shops auf 135 Millionen Euro verdoppelt. In ähnlichem Tempo soll es auch in den kommenden Jahren weitergehen. "Wir wollen aus About You einen Milliardenkonzern machen", betont Birken und lobt im gleichen Atemzug: "Die Kunden-KPI verbessern sich in einer Dynamik, die ich in meinen 26 bisherigen Jahren im Handel so noch nicht gesehen habe." Außerdem sei About You "der derzeit am besten personalisierte Shop der Welt".
Weitere Geschäftsmodelle, in die die Gruppe in den kommenden Jahren massiv investieren will, sind der Multichannel-Modehändler Bonprix, die Witt-Gruppe und der US-Möbelhändler Crate & Barrel. Weniger im Fokus stehen hingegen Sport Scheck, Heine, Schwab und Baur. Aber auch Start-ups, Services wie Hermes Europe und EOS im Finanzdienstleistungsbereich soll weiter Geld fließen. Insgesamt stellt die Otto Group "substanziell dreistelligen Millionenbeträge" zur Verfügung.




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