Digitalwelt in Zahlen 14.02.2017, 09:30 Uhr

Das ist die E-Commerce-Strategie der Otto Group

Otto ist auf dem Weg zurück zu altem Glanz - mit neuen Strategien. Hierzu hat zum größten Teil der Multichannel-Einzelhandel beigetragen. Welche Strategie verfolgt die Gruppe im Online-Handel, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben?
(Quelle: Otto Group)
Die Otto Group hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1949 durch Werner Otto stetig gewandelt und an die aktuellen Gegebenheiten des Marktes angepasst. Im Laufe der Zeit haben sich aus dem einstigen kleinen Unternehmen bis heute mehr als 123 Tochter-Firmen, die in über 30 Ländern aktiv sind, gebildet. Die Aktivitäten der zahlreichen Unternehmen teilten sich dabei in drei Segmente auf: Multichannel, Finanzdienstleistungen und Service.
Im Geschäftsjahr 2015/2016 schaffte es die Otto Gruppe wieder zufriedenstellende Zahlen vorzuweisen. So steigerte die Gruppe ihren Umsatz um 5,4 Prozent von 11,5 Milliarden auf 12,1 Milliarden Euro. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) belief sich auf 258,6 Millionen Euro. Der Anteil des Mutlichannel-Einzelhandels umfasste dabei rund 9,6 Milliarden Euro, die Finanzdienstleistungen trugen 678 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei und der Bereich Service sorgte für 1,8 Milliarden Euro Umsatz. "Wir haben das Geschäftsjahr mit Gewinn vor Steuern abgeschlossen und damit die Verlustzone verlassen", gab Hans-Otto Schrader seinerzeit bekannt. Es war das letzte Mal, dass der Vorstandschef die Geschäftsentwicklung des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group präsentierte. Seit Januar 2017 übernimmt Alexander Birken die Aufgaben von Schrader bei der Otto Group.

Die Online-Umsätze

Weltweit konnte der Konzern seine Online-Umsätze um 8,8 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro steigern. In Deutschland verzeichnet die Otto Group im Online-Geschäft einen Zuwachs von 12,3 Prozent von 4,1 Milliarden auf 4,6 Milliarden Euro. Die Zahl der aktiven Kunden in Deutschland nahm ebenfalls zu und beläuft sich auf rund 32 Millionen.
Auch in der Zukunft bleibt der Online-Handel ein wichtiger Umsatztreiber für die Unternehmensgruppe. Aus diesem Grund gibt es eine ausgeklügelte E-Commerce-Strategie, die auf vier Säulen basiert:
1. Transform
Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Online-Handel ist, bereit zu sein, sich auf einen stetigen Wandel einzulassen. Genau das stellt für zahlreiche Unternehmen die größte Herausforderung dar. Schaffen es Firmen nicht, sich schnell auf neue Marktgegebenheiten einzustellen, wird es sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr lange geben. Das scheint auch die Otto Group erkannt zu haben. Ein Credo des Konzerns ist, Geschäftsmodelle stetig zu überprüfen und weiter zu entwickeln - insbesondere die Unternehmen aus dem Multichannel-Segment.
2. Participate
Das breit aufgestellte Portfolio der Gruppe soll einen entscheidenden Teil dazu beigetragen haben, dass der Konzern besonders im Mutlichannel-Bereich im abgelaufenen Geschäftsjahr so erfolgreich abgeschnitten hat. Egal ob Payment, Marketing oder Datenanalyse, das Unternehmen ist in jedem dieser Bereiche aktiv.
3. Create
Die Entwicklung neuer Online-Konzepte hat sich die Otto Gruppe ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Seit 20 Jahren adressiert der Händler mit seinen Online-Unternehmen die unterschiedlichsten Zielgruppen - vorwiegend aus den Bereichen Fashion und Living.
4. Venture
Das Venture Capital Business ist auch ein Bestandteil der E-Commerce Strategie der Otto Group. Seit 2008 agiert das Unternehmen in diesem Business und hält derzeit Beteiligungen an über 100 Start-ups.
Diese vier Säulen sollen laut der Otto Group dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft von der Dynamik im Online-Handel profitieren kann. Ob dem Konzern das mit dieser strategischen Ausrichtung gelingt, wird sich in den kommenden Geschäftszahlen zeigen.

Otto wird 20 Jahre: Diesen Geburtstag nimmt der Online-Händler zum Anlass, sowohl einen Blick auf die Entwicklungsstadien von otto.de, als auch auf andere Ereignisse der Web-Geschichte zu werfen.





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