Plattformökonomie
14.06.2017, 11:55 Uhr

Karstadt kauft sich bei Hood.de ein

Dass Karstadt stationär auf Marktplatzkonzepte setzt, ist schon länger bekannt. Wann es auch online ein solches Modell geben wird, war nur noch eine Frage der Zeit. Jetzt wurden erste Maßnahmen getroffen.
(Quelle: Shutterstock.com/ 360b)
Unter der Mutter Signa Retail setzt Karstadt seine Strategie fort, sich Bedeutung im digitalen Handel einfach zu erkaufen. Nach Outfitter, Dress-for-less, den Internetstores (Fahrrad.de) und Tennis Point hat sich Karstadt nun 70 Prozent der Anteile am Online-Marktplatz Hood.de geschnappt. Die restlichen 30 Prozent verbleiben beim Unternehmensgründer Ryan Hood, der den Marktplatz auch zukünftig eigenständig führen soll.

Das Unternehmen zählt aktuell fünf Millionen Angebote von 5.000 Händlern und sieben Millionen Kunden. Karstadt-CEO Stephan Fanderl will mit dem Kauf von Hood.de das Traditionswarenhaus zu einem modernen Omni-Channel-Marktplatz von morgen machen. Dazu wurde auch die Karstadt Marktplatz GmbH gegründet, die rund um das Zukunftsmodell "Marktplatz von morgen" weitere Partnerschaften und Akquisitionen vorantreiben soll.

An Hood.de überzeugte den neuen Besitzer eigenen Angaben zufolge die langjährige E-Commerce-Erfahrung und die Technologie auf höchstem Niveau. "Wir verbinden künftig die Stärken von 79 Warenhäusern mit einer bereits jetzt erfolgreichen digitalen Plattform, die Tausende Anbieter bündelt", erklärt Fanderl. So entstehe eine einzigartige Möglichkeit für stationäre als auch reine Online-Konzepte, gemeinsam mit Karstadt Warenhaus das innerstädtische Flächenangebot bedarfsorientiert zu nutzen und noch näher am Kunden zu sein.

Das Handelsvolumen von Hood.de soll 2015 bei 39 Millionen Euro gelegen haben. Bislang punktete der Marktplatz bei seinen Händlern mit günstigen Konditionen. Private Verkäufer nutzen die Plattform kostenfrei, gewerbliche zahlen laut Wortfilter.de Verkaufsprovisionen von einem bis sechs Prozent. Marktplatz-Experte Mark Steier urteilte im Oktober 2015: "Hood ist ein Underdog. Kaum vertreten auf Messen. Aber es wird über Hood verkauft und Kunden finden die Angebote."




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