Weihnachtsgeschäft 08.08.2017, 11:00 Uhr

So bereiten sich Online-Händler entspannt auf Weihnachten vor

Silberglöckchen statt Sparribs grillen: Wenn die Kundschaft grillt und in der Sonne brät, ist für Online-Händler der perfekte Zeitpunkt, um in die detaillierte Planung für das Weihnachtsgeschäft einzusteigen.
(Quelle: shutterstock/mirelle)
Frage: Wann ist der beste Zeitpunkt für Online-Händler, mit den Planungen fürs Weihnachtsgeschäft anzufangen? Antwort: Wenn es draußen 33 Grad im Schatten hat. "In unseren Logistik-Hallen stehen schon die Weihnachtsbäume", erzählt Cyberport-Geschäftsführer Helmar Hipp nur halb im Scherz. Tatsächlich sind die Weihnachtsplanungen bei dem Multichannel-Versender schon seit Anfang des Jahres im Gange. Nach der Grobplanung der Weihnachtsmarketing-Kampagne beschäftigt sich das Cyberport-Management derzeit mit den nötigen Personalaufstockungen in der Logistik, im Vertrieb und im Customer Service: Zehn bis 30 Prozent zusätzliche Mitarbeiter will der Elektronik- und IT-Spezialist als Saisonkräfte einstellen. "Das Weihnachtsgeschäft ist echter Mannschaftssport: Die Leistungen aller Bereiche greifen ineinander - seien es Marketing, Vertrieb, Einkauf, Kundenservice und auch IT oder Finanzen", so Hipp.
So beflissen wie Cyberport ist nicht ­jeder Online-Händler. "Viele Händler verpassen immer wieder den richtigen Zeitpunkt, um mit den Vorbereitungen fürs Weihnachtsgeschäft anzufangen", beobachtet Erik Meierhoff, Leiter B2B Business beim Preisvergleicher Idealo. "Dabei ist der oft ruhige August dafür der ideale Zeitpunkt. Dann sollte man sich mit seinen wichtigsten Partnern zusammensetzen und prüfen, was fürs Weihnachtsgeschäft noch zu tun ist." Auch Nicola Straub, die für das Branchenportal Shopanbieter.de alljährlich eine Checkliste für das Weihnachtsgeschäft zusammenstellt, bestätigt: "Der häufigste Fehler im Weihnachts­geschäft? Zu spät mit den Vorbereitungen anzufangen!" Dabei sei sorgfältige Planung vor allem für die hektische Weihnachtssaison essenziell. "Sonst vergessen die Händler in der Hitze des Gefechts gerne mal die klassische Betriebswirtschaft," so Straub.
Allerdings muss man sagen: Die Zahl der Weihnachts-Langschläfer in der Händlerschaft nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich ab.  Einer Umfrage des Händlerbunds zum letzten Weihnachtsgeschäft zufolge hatten im November 2016 17 Prozent der befragten Händler noch keinerlei Weihnachtsvorbereitungen getroffen - nur halb so viele wie im Vorjahr. Die zunehmend bessere Vorbereitung der Online-Händler liegt auch am Kundenverhalten: "Unseren Daten zufolge beginnt das Weihnachtsgeschäft immer früher", bestätigt Idealo-Mann Meierhoff, "Der Cyber Monday und der Black Friday haben sich mittlerweile auch in Deutschland als feste Einstiegstage in die Hauptsaison etabliert. Aber auch davor wagen immer mehr Händler schon Frühstarts, deshalb werden wir in diesem Jahr sicher die ersten Aktionen bereits im Oktober sehen." Auch die Planung der Großen rückt weiter nach vorne - so ist Idealo beispielsweise schon jetzt auf der Suche nach Inhalten für seinen Adventskalender. "Und der ist nach den Erfahrungen der Vorjahre zu ­urteilen immer sehr schnell voll", so ­Meierhoff. "Wer dabei sein will, muss sich jetzt darum kümmern."




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