Neue Strategie 14.08.2015, 14:00 Uhr

Karstadt verabschiedet sich von Omnichannel

Karstadt hat eine neue E-Commerce-Strategie: Um nicht wie die meisten Händler im Internet Geld zu verbrennen, streicht E-Commerce-Chef Klaus Haensch Sortimente und entlässt Mitarbeiter.
(Quelle: Shutterstock.com/360b)
"Wir verfolgen zwar kein klassisches Omnichannel-Konzept mehr, aber Warenhaus und Onlineshop haben natürlich denselben Absender: Karstadt." Mit diesen Worten skizziert der neue E-Commerce-Chef Klaus Haensch gegenüber der "Lebensmittelzeitung" die neue Internet-Strategie des angeschlagenen Warenhauses.
Der ehemalige Chief Retail Officer Omnichannel, Terry von Bibra, war Anfang des Jahres auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausgeschieden, um sich neuen Herausforderungen zu widmen. Die neue strategische Ausrichtung der Warenhauskette könnte die Frage nach dem "Warum" beantworten.
Weil Kinderspielzeug im Web nicht profitabel zu verkaufen ist und Mode zu hohe Retourenquoten hat, werden die Sortimente im Web deutlich zusammengestrichen. Im Gegenzug sollen Artikel rund um Haushaltsführung unter dem Oberbegriff "Living" zusammengeführt und verstärkt werden. Auch im Elektronikbereich will Haensch erweitern. Außerdem will Karstadt.de Produktkategorien wie Gesundheitsgeräte ausbauen, die im Web besser beschrieben und gezeigt werden können als real in den stationären Filialen.
Insgesamt wird das aktuell noch 140.000 Produkte umfassende Online-Sortiment laut "Lebensmittelzeitung" nach dem noch für 2015 geplanten Relaunch aber deutlich verkleinert sein. Auch im E-Commerce-Team gibt es Einschnitte. Weil Haesch statt der ursprünglich avisierten 300 Millionen Euro Online-Umsatz nur mehr mit Umsätzen im mittleren zweistelligen Millionenbereich rechnet, wurde in den vergangenen Monaten unter anderem die Zahl der Mitarbeiter auf 43,5 Stellen mehr als halbiert. Auch an anderen Stellen wird saniert. Der rigide Rotstift-Einsatz zeigt dem Pressebericht zufolge bereits Wirkung: Die Kosten wurden halbiert und die Effizienz erhöht, so Haensch.

Klicken heißt nicht gleich kaufen: Onlineshops, die einen besonders hohen Traffic auf ihrer Seite verzeichnen können, haben nicht notwendigerweise auch eine entsprechend hohe Kaufwahrscheinlichkeit.




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