Relaunch-Bilanz 27.02.2015, 08:10 Uhr

Hallhuber: schöner Relaunch, schlechte Conversion Rate

Im Mai 2014 hat Hallhuber seinen Online-Shop komplett überarbeitet. Jetzt profitiert die Mode-Kette von den tiefgreifenden Änderungen: Die internationale Expansion fällt mit neuem System viel leichter.
Astrid Jagenberg
(Quelle: Hallhuber)
Bei der Multichannel-Modekette Hallhuber geht es gerade Schlag auf Schlag: Im Oktober ging der zweisprachige Ländershop für die Schweiz online, im November folgte ein britischer Hallhuber-Shop, in diesem Jahr soll eine belgische Präsenz gelauncht werden. Möglich wird die hohe Taktzahl durch einen umfassenden Relaunch, den die Modekette letztes Jahr stemmte. Astrid Jagenberg, Director Marketing & Online Sales, zieht für INTERNET WORLD Business Bilanz.
Frau Jagenberg, vor rund neun Monaten ging der neue Online-Shop von Hallhuber life. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung bisher?
Astrid Jagenberg: Generell wurde der Relaunch von den Kunden sehr positiv angenommen, das zeigen uns auch Userbefragungen, die wir nach dem Relaunch durchgeführt haben. Der Shop wird als sehr ansprechend und von der Usability her deutlich besser wahrgenommen als der Vorgängershop. Die Conversion Rate ist über alle Devices hinweg angestiegen. Vorher lag sie bei etwa 1,5 Prozent, jetzt liegen wir zwischen 1,6 und 1,7 Prozent.
Sind Sie damit zufrieden?
Jagenberg: Damit sind wir natürlich noch nicht zufrieden. Das Ziel ist auf jeden Fall, dauerhaft auf über zwei Prozent zu kommen. Andererseits: Der Traffic steigt zurzeit deutlich an und solange das so bleibt, bin ich mit einer stabilen CR generell zufrieden.
Der neue Shop setzt auf Responsive Design...
Jagenberg: Ja, ganz wichtig war uns, dass wir unsere mobilen Kunden besser ansprechen wollten, denn 40 Prozent unserer Online-Kunden surfen den Shop über mobile Endgeräte an. Vorher hatten wir einen eigenen mobilen Shop, der zusätzlich befüllt werden musste. Das Responsive Design bietet unseren Kunden im Frontend eine bessere Darstellung; zusätzlich ist die Handhabung im Backend deutlich einfacher. Unser Online-Team besteht nur aus fünf Vollzeitstellen, da ging die mobile Seite im Tagesgeschäft manchmal etwas unter.
Sie haben in den letzten Monaten zwei neue Länderdependancen gelauncht, bald wollen Sie in Belgien starten. Macht die Internationalisierung mit dem neuen Shop mehr Spaß?
Jagenberg: Die Umsetzung eines neuen Ländershops dauerte vor dem Relaunch mehrere Monate. Mit dem Upgrade auf Magento Enterprise und der Einführung des Tradebyte Connectors, den unser Dienstleister Phoenix Medien für uns umgesetzt hat, könnten wir jetzt von technischer Seite mit einem neuen Länder-Shop binnen einer Woche online sein.
Angesichts eines so großformatigen Backend-Relaunches vermisse ich in Ihrem Shop  die Omnichannel-Services. Andere Multichannel-Anbieter wie Konen mit seinem frisch gelaunchten Online-Shop zum Beispiel sind da schon weiter...
Jagenberg: Momentan bieten wir Omnichannel "light" an. "Light"  weil wir zurzeit nur Aktivitäten umsetzen können, die keine Verzahnung der Online- und Offline-Systeme erfordern. Kunden können bereits ihre Online-Bestellung in den Filialen zurückgeben und in ausgewählten Filialen kann via iPad online bestellt werden. In diesem Jahr möchten wir auch noch mit Click & Collect starten. Das "light" bei unseren Aktivitäten bedeutet am Beispiel Click & Collect: Abholen von bezahlter Online-Ware in der Filiale, ja, online reservieren und offline kaufen, nein.  Letzteres ist aber das klare Ziel und wir arbeiten bereits daran, die ganze Omnichannel-Klaviatur ab Mitte 2016 zu spielen.
Ihr Kundenbindungsprogramm ist dagegen jetzt schon in den Online-Shop portiert worden. Warum?
Jagenberg: Unser Kundenbindungsprogramm wird von 40 Prozent unserer Kunden genutzt. Dagegen nutzt weniger als ein Prozent der Kunden beispielsweise die Möglichkeit online bestellte Ware in der Filiale zu retournieren. Deshalb war ein Ziel des Relaunches alle Benefits der bis dato nur stationär gültigen Kundenkarte auch in der Online-Welt abzubilden. Seit dem Relaunch können Kunden zum Beispiel ihre Bonusgutscheine auch online einlösen oder sich online einen Überblick über ihre on- und offline Einkäufe bei Hallhuber verschaffen, was vorher beides nicht möglich war.
Was haben Sie in diesem Jahr mit dem Online-Shop vor?
Jagenberg: Die Expansion nach Belgien ist natürlich ein großes Thema. Zudem wollen wir die Ländershops stärker als bisher vermarkten zum Beispiel planen wir einen Press Day in London, der die Shop-in-Shops, aber vor allem auch den Online-Shop in England stützen soll. Außerdem wollen wir das Online-Marketing ausbauen, um mehr Traffic auf die Seiten zu bekommen und die Conversion Rate durch Performance- und Usability-Optimierung steigern.
Und in Sachen Umsatz?
Jagenberg: Momentan trägt der Online-Shop etwa 10 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Mein Ziel ist es natürlich, diesen Anteil langfristig auf 15 Prozent zu steigern, allerdings sind wir generell mit diesem Anteil zufrieden, weil Hallhuber in Deutschland und international kräftig expandiert und im Gegensatz zu Wettbewerbern nicht nur online, sondern auch stationär.
Mehr zum Relaunch von Hallhuber, den Expansionplänen und der Omnichannel-Strategie der Modekette lesen Sie in der kommenden Ausgabe 5/2015 von INTERNET WORLD Business.

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