DLD 2015 20.01.2015, 15:15 Uhr

Quo vadis, E-Commerce?

Individualisierung, Mobile, Geschwindigkeit - welche Themen beherrschen den E-Commerce von heute und morgen? Das war Thema auf der DLD Conference in München.
(Quelle: Fotolia.com/peshkova)
Wie hat sich der Online-Handel in den vergangenen Jahren verändert und wie entwickelt er sich weiter? Darüber sprach Sina Afra (Afra Global 3) mit Aslaug Magnusdottir (Tinker Tailor), Jason Goldberg (HEM) und Hakan Bas (Lidyana) auf der DLD Conference in München.
"Der E-Commerce hat sich in den letzten fünf Jahren dramatisch verändert", stellt Magnusdottir fest. Während Kunden früher vor allem auf günstige Preise Wert legten, sei ihnen heute Individualität viel wichtiger: "Kundenanpassung ist das nächste große Ding." Das heiße nicht, dass jeder Konsument sein eigener Designer werde, aber Produzenten müssten stärker darauf achten, dass ihre Artikel für jeden Kunden Relevanz besitzen. Daneben werde, insbesondere für den Online-Fashion-Handel, der mobile Kanal immer wichtiger: "Die Menschen wollen nicht mehr mit dem Laptop, sondern mit dem Handy einkaufen".

Mobile macht den Modeumsatz

Davon ist auch Hakan Bas überzeugt: 40 Prozent der Einkäufe, die über Lidyana.com, seinen türkischen Online-Modeshop getätigt werden, kommen inzwischen von Smartphones oder Tablets. Noch in diesem Jahr könnte der Mobile-Anteil die 50-Prozent-Marke übersteigen, schätzt Bas. Daneben sei die Logistik, insbesondere für den E-Commerce in Entwicklungsländern, ein großes Thema. Wegen der schlechten Infrastruktur bräuchten dort Lieferungen nicht selten zwei bis drei Tage bis zum Kunden. Deshalb und auch aus Kostengründen sei die Wahl des Standorts entscheidend: "Das Warenhaus sollte in der Nähe vom Endkunden sein."
Fab-Gründer Jason Goldberg, der jetzt mit "Hem" einen neuen Online-Möbelshop von Berlin aus etablieren möchte, sieht die Entstehung von zwei unterschiedlichen Typen des E-Commerce: Zum einen der auf den Massenmarkt ausgerichtete Online-Handel, wie ihn beispielsweise Amazon betreibt. Hier gehe es vor allem um Geschwindigkeit. Auf der anderen Seite werde der "Emotional Commerce" immer wichtiger. Hier gehe es weniger um Schnelligkeit, als vielmehr um Qualität, Inspiration und Individualität. Solche Produkte würden auch längere Lieferzeiten rechtfertigen. Der Mobile-Commerce spielt - zumindest bei Hem - noch eine untergeordnete Rolle. Laut Goldberg liegt er derzeit bei etwa zehn Prozent.
Auch Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet, gab auf der DLD Conference Einblicke in seine Firma und sein Leben. "An 98 Prozent der Tage stehe ich auf und denke, ich mache meinen Job gerne, mir gefällt die Geschwindigkeit, auch wenn ich mit tausend Problemen aufstehe."

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