Web-Händler-Umfrage
21.08.2015, 11:35 Uhr

Post-Streik: Pakete immer noch nicht ausgeliefert

Schrecken ohne Ende für deutsche Online-Händler: Wochen nach dem Ende des Post-Streiks sind immer noch nicht alle Pakete eines Großteils der Shop-Betreiber ausgeliefert worden. 
Händler-Horror Post-Streik
(Quelle: shutterstock.com/Maria HP)
Seit Anfang Juli 2015 ist der Streik bei der Deutschen Post und DHL bereits beendet. Aber Online-Händler leiden immer noch unter den Folgen: Bei sieben von zehn Befragten Shop-Betreibern sind noch immer nicht alle Pakete ausgeliefert worden oder überhaupt nicht mehr auffindbar. Das ergab eine Stichprobe des E-Commerce-Dienstleisters Trusted Shops unter 120 Online-Händlern.
"In erster Linie ist das Ausbleiben der Zustellung gerade für kleine Online-Händler ein finanzielles Problem. Denn das Transportrisiko bei einer Lieferung an einen Verbraucher trägt der Shop-Betreiber", stellt Bastian Kolmsee klar, Rechtsexperte bei Trusted Shops. "Teilweise bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem Kunden die Ware erneut zuzusenden. Die Kosten für die verlorengegangen Sendungen trägt zunächst der Händler. Unter Umständen kann er aber Ansprüche gegen den Transportdienstleister geltend machen."
Außerdem beginne die Widerrufsfrist erst mit dem Zeitpunkt der Zustellung beim Kunden zu laufen. Innerhalb dieser Frist kann der Online-Käufer den Kaufvertrag über die bestellte Ware ohne Angabe von Gründen widerrufen und bezahltes Geld zurückfordern. Und wenn Kunden zu lange auf ein Paket warten müssen, "steigt die Wahrscheinlichkeit eines Widerrufs exponentiell an", so Kolmsee weiter. 
Online-Händler hatten bereits vor Monaten die Folgen des Streiks beklagt: 76,6 Prozent seien stark oder sogar "extrem" stark davon betroffen, ergab eine Befragung des Bundesverband Onlinehandel (BVOH) unter seinen Mitgliedern. Der Berliner Schokoladen- und Pralinen-Versender Chocri rechnete mit einem Gesamtschaden von 15.000 Euro. Chocri versendet seine Waren ausschließlich über die Deutsche Post DHL.

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