Das Surren wird lauter 07.08.2017, 14:28 Uhr

New Yorker Schau zeigt Welt der Drohnen

Sie sind die Paketlieferanten von morgen: Wie sehr Drohnen das menschliche Leben noch verändern werden, ist kaum absehbar. Eine Ausstellung in New York feiert die unbemannten Flugobjekte als technische Heilsbringer.
(Quelle: Shutterstock.com/vectorfusionart)
So ganz klappen will der Vorführ-Flug noch nicht. "Ich muss die Batterie wechseln", sagt Roman Aracelio vom New Yorker Museum für See-, Luft- und Raumfahrt, als seine Drohne störrisch am Boden sitzen bleibt. "Gestern hat das Teil noch funktioniert." Aber das "Starchaser" getaufte Gerät, das seinem Namen zufolge den Sternen nachjagen soll, piepst nur. Muss wohl mit dem WLAN im Gebäude oder den vielen harten Landungen zusammenhängen, sagt Aracelio.
Die New Yorker Feuerwehr setzt bei ihren Einsätzen auf Luftunterstützung mit Video-Drohnen.
(Quelle: City of New York)
Startschwierigkeiten dürften hier und da nicht nur Hobby-Piloten haben, die mit surrenden Plastikpropellern die Lüfte erobern wollen. Doch Fans der Quadrocopter hält das nicht ab: Rund 1,9 Millionen umbenannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aircraft System, UAS) sausen allein in den USA durch die Luft, schätzte der Versicherer Allianz Global Corporate & Specialty vergangenes Jahr in einer Studie. Bis 2020 soll sich diese Zahl demnach verdreifachen. Darunter sind zum Beispiel immer mehr Flugsportler, die in Copter-Rennen um die Wette fliegen.
Neben dem Flieger-Spaß sind Drohnen längst dabei, andere Bereiche des Lebens zu verändern. Im Dezember lieferte der Online-Händler Amazon erstmals eine Bestellung mit Hilfe einer vollautomatischen Drohne aus, als ein Mann in Cambridge einen Videostreaming-Stick und eine Tüte Popcorn bestellte. Die Firma Uvionix plant sogar, Getränke, Fast Food, Kaffee oder Produkte zur Körperpflege auszufliegen. Die Waren dürften nur nicht mehr als 550 Gramm wiegen und müssten von einem Händler in einem Umkreis von zehn Kilometern bestellt werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Bürgern sogar offizielle Dokumente per Drohne zukommen lassen.
Auch Einsatzkräften dient die Technik, wie die bis Dezember laufende Drohnen-Ausstellung auf dem Flugzeugträger Intrepid in New York zeigt. Im März schickte die Feuerwehr dort eine Drohne in die Luft, um sich aus der Vogelperspektive einen besseren Überblick zu verschaffen. 85.000 US-Dollar (71.600 Euro) kostete das Gerät, das beim Feuer in einem sechsstöckigen Haus in der Bronx zum Einsatz kam. "Das Dach begann, einzubrechen", sagte der stellvertretende Feuerwehrchef Dan Donoghue anschließend. "Wir hatten gute Bilder und es half uns, Entscheidungen zu treffen, um diesen Brand zu löschen."




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