Versand im E-Commerce
08.04.2015, 14:15 Uhr

Logistik: Outsourcing ja oder nein?

Neben einem attraktiven Angebot ist im E-Commerce der reibungslose Versand ein wichtiger Erfolgsfaktor. Bei der Wahl der Partner sollten Shop-Betreiber nicht nur auf den Preis achten.
(Quelle: shutterstock/Sean Locke)
Gestern auf den "Kaufen"-Button geklickt, heute die bestellten Artikel zuhause ausgepackt - was aus Sicht des Kunden wie ein selbstverständlicher Vorgang wirkt, ist bei näherer Betrachtung eine Abfolge von Logistik-Prozessen, die ineinander greifen und perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen. Bereits kleine Fehler in dieser Prozesskette können zu Verzögerungen, Störungen und Irritationen beim Kunden führen. Nicht umsonst investieren Big Player von Amazon bis Zalando viel Zeit, Geld und Mühe in die Optimierung ihrer Logistik-Abläufe - und sorgen für eine hohe Erwartungshaltung beim Verbraucher.

Selbst abwickeln oder an einen Dienstleister auslagern?

Die wichtigsten Stationen der Logistik im E-Commerce heißen Lagerhaltung, Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retourenabwicklung. Grundsätzlich kann ein Onlinehändler jeden dieser Schritte selbst abwickeln oder an einen Dienstleister auslagern. Im Extremfall bekommt der Shopbetreiber sein Sortiment niemals zu Gesicht - wie zum Beispiel beim Dropshipping, bei dem die Artikel direkt vom Hersteller oder Großhändler an den Endkunden geschickt werden.
Logistik-Dienstleister beschränken sich auf den Versand. Der Auftraggeber liefert die verpackte Ware in einem Versandzentrum auf oder lässt sie durch den Dienstleister abholen. Dieser erledigt dann den Transport zum Kunden. Fulfillment-Anbieter dagegen können - modular - alle Prozesse abdecken, die nach dem Bestellklick in einem Online-Shop anfallen. Die Entscheidung für oder wider Outsourcing einzelner Prozessschritte hängt von vier Faktoren ab:
1. Kosten
2. Skalierbarkeit
3. Einfluss auf die Customer Experience
4. Einfluss auf die Kundenbeziehung
Während sich das Kostenkapitel leicht erschließt, hängt die Notwendigkeit der Skalierbarkeit vom Geschäftsmodell ab. Ein Anbieter von Saisonware muss stark schwankende Auftragseingänge besser abpuffern können als ein Händler, der eine gleichmäßigere Nachfrage bedient. Ausgeprägte Auftragsspitzen sind ein starkes Argument für die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister, der auf mehr Ressourcen zurückgreifen kann als der einzelne Händler.
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