Internet World Kongress
02.03.2016, 09:15 Uhr

Windeln.de: Umsatzpotenziale durch Kundendaten

Klicken, kaufen, analysieren: Wie man seine Umsätze durch gezielte Datenauswertungen steigern kann, erklärte windeln.de-Gründer Alexander Brand auf dem Internet World Kongress.
Alexander Brand, Gründer und Vorstandsmitglied von windeln.de
(Quelle: windeln.de)
Windeln.de hat sich in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Online-Händler für Baby-und Kleinkinderprodukte gemausert. Mit ein Grund für den Erfolg ist die Anzahl an Bestandskunden. Diese machen bei dem Online-Händler rund 80 Prozent aus, sagt Alexander Brand, Gründer von Windeln.de, auf der Internet World Messe. Das Unternehmen konzentriere sich darauf, Kunden zu Bestandskunden zu machen sowie mittels Cross- und Upselling profitabel zu werden. Dies gelinge insbesondere mit Hilfe von Datenanalysen.

Nur relevante Daten sammeln

Mit Hilfe der Kundendaten sei es bei Windeln.de möglich, die Entwicklung von Kindern zu erkennen, sagt Brand. Dadurch, dass der Webshop-Betreiber weiß, in welchem Alter ein Kind eines Kunden ist, können weitere Produkte, passend zur Entwicklung des Kindes, empfohlen werden.
Wichtig sei in Sachen Daten, dass nicht sinnlos große Mengen an Daten gehortet werden, sondern die Qualität beziehungsweise Relevanz der Daten spiele die entscheidende Rolle. Die gesammelten Daten müssen dann in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden, damit sie ihr Potenzial entfalten können. Die individuellen Daten eines Kunden nutzt der Online-Händler dann, um zum Beispiel individuelle Newsletter zu erstellen.

Big Data bei Windeln.de

1. Vorausplanung
Grundsätzlich müsse immer von Tag zu Tag geplant werden - und zwar alles. Es wird anhand von Daten ermittelt, wie viele Bestellungen erwartet werden. Ausgehend von diesen Zahlen werden die Mitarbeiter eingesetzt und Material bestellt.
Diese Prognosen sind unter anderem von gemessenen Daten aus der Vergangenheit, Wochentagen, Jahreszeiten sowie von der Intensität der getätigten Werbung abhängig, sagt Brand.
2. Preisoptimierung
Bei der Preisoptimierung unterscheidet der Gründer drei Preismodelle:
  • feste Preise wie zum Beispiel für Windeln
  • sensitive Preise wie zum Beispiel für Kinderwagen
  • Produkte ohne feste Preise wie zum Beispiel für Schnuller
Bei Produkten ohne feste Preise sei es möglich zu testen, welcher Preis die beste Absatzmenge und zugleich auch Marge erzielen könne.
3. Customer-Value-Analyse
Die entscheidende Frage sei hier laut Brand, wie man gute, treue Kunden findet. Um das herauszufinden analysiert das Unternehmen die Recency, Frequency, Marge und Monetarisierung und das Alter des Kindes.
Die Daten, die anhand dieser Punkte ermittelt werden, fügt Windeln.de in ein Modell ein. Mit Hilfe dieses Modells wird dann herausgefunden, wie "gut" der Kunde wirklich ist.
Welche Zukunftstrends es im E-Commerce geben wird, erläuterte der Trendforscher Nils Müller in seiner Keynote.
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