Expert Insights
03.11.2015, 08:05 Uhr

Online-Möbelmarkt: Große Enttäuschung statt riesiger Potenziale

Die Möbelbranche befindet sich in einem Wandel - der jahrelange Flächenaufbau hat zu einem massiven Verdrängungswettbewerb geführt, der von der "drohenden Konkurrenz aus dem Internet" noch verschärft wird.
Alexander Graf, Geschäftsführer und Gründer Spryker Systems
Während ausländische Formate, wie wayfair.com, houzz.com, ao.com, casper.com oder maisonsdumonde.com richtig Gas geben und auch das Potenzial des deutschen Möbelmarktes für sich erkannt haben, lassen sich inländische Anbieter die Butter vom Brot nehmen. Durch die Denkweise, die auf traditionellen Geschäftsmodellen beruht, geben hierzulande die Anbieter entweder verfrüht Ihre Bemühungen wieder auf oder trauen sich nicht erste Schritte zu gehen. Von einer möglichen Internationalisierung ganz zu schweigen.  
 
Die Begründungen, warum die alteingesessenen Branchendinos lieber versuchen, sich gegen den Trend zu stemmen, statt die Potenziale des E-Commerce zu nutzen sind vielfältig und teilweise schwer nachvollziehbar.

Vogel Strauß-Strategie führt selten zum Erfolg

Die Vogel-Strauß-Strategie ist nicht neu und man könnte meinen, dass sich mittlerweile herum gesprochen hat, dass sie in den wenigsten Fällen zum Erfolg geführt hat. Gegenwärtig zählen die innovationsfreudigen Unternehmen, die mit ihren Produkten die digitale Transformation nach vorn treiben, zu den wertvollsten weltweit - GAFA - also Google, Apple, Facebook und Amazon sind da nur als Spitze vom Eisberg zu nennen.
Dennoch gibt es immer noch genügend Kandidaten, die sich lieber krampfhaft an alten Strukturen festhalten und ihre Zeit lieber damit verbringen, Argumente dafür zu suchen, warum sich das Internet denn ausgerechnet in ihrer Branche nicht durchsetzen wird, anstatt sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Potenziale es denn fürs eigene Business bieten könnte.
Prominentestes Beispiel ist da wohl aktuell die Möbelbranche. Mit Argumenten wie "Wer will schon ein Sofa kaufen ohne vorher mal Probe gesessen zu haben?" oder "Die Produkte sind viel zu erklärungsbedürftig und schwer abbildbar" wird der Online-Möbelhandel als unrealistisch abgestempelt, was aus vielerlei Gründen verwundernswert ist.
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