Online-Handel 12.10.2015, 13:20 Uhr

Die richtige Verpackung: Flexibilität mit On-Demand-Packaging

Das optimale Verpackungsportfolio zu bestimmen ist nach wie vor eine große Herausforderung für Online-Händler. On-Demand-Packaging verschafft Flexibilität.
(Quelle: shutterstock.com/Photographee.eu)
Von Bärbel Edel
Heute bestellt, morgen geliefert: Für viele Online-Kunden gehören extrem kurze Lieferzeiten inzwischen zum Standard. Da darf sich der Händler nicht lang mit dem Verpacken der Ware im Lager aufhalten. Auch was die Umweltfreundlichkeit der Behältnisse betrifft, werden die Kunden immer anspruchsvoller.
In ­einer Umfrage des ECC Köln stimmten fast 80 Prozent der Online-Käufer der Aussage zu, dass die Händler auf eine umweltfreundliche Verpackung achten sollten: ­Diese soll ein möglichst geringes Volumen haben und auch das Füllmaterial soll sparsam eingesetzt werden. Der Trend zum grenzüberschreitenden Online-Handel bewirkt­ außerdem, dass ­zunehmend Umverpackungen benötigt werden, die auch lange Transportwege ­unbeschadet überstehen.

Verpackung ist Image

Dazu kommt, dass heute immer mehr Produkte online vertrieben werden, die besondere Verpackungen benötigen, wie zum Beispiel Lebensmittel, Pflanzen oder Möbel. Auch optisch müssen die Kartons und ihr Innenleben einen guten Eindruck hinterlassen - vor allem seit Unboxing-­Videos auf Youtube populär geworden sind. Dort kann man zusehen, wie ein Kunde freudig seine online bestellte Ware auspackt. Entsprechende Channels haben teilweise mehrere Millionen Abonnenten.
Insbesondere für Händler mit einem breit gefächerten Sortiment ist die Bestimmung des optimalen Verpackungsport­folios alles andere als trivial. Das fängt bei der Auswahl der richtigen Größen an. Schließlich will niemand, dass der Kunde meckert, weil er eine Krawatte in einem fünfmal so großen Karton erhält.
"Für ­einen Online-Händler, der einmal einen USB-Stick, ein andermal eine Lampe oder eine Bratpfanne verpacken muss, ist die optimale Verteilung der Kartontypen nach wie vor eine große Herausforderung", so die Erfahrung von Wolfgang Lammers, Teamleiter Verpackungslogistik vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund.
Online-Händler sollten bedenken, dass "die Verpackung nicht nur zum Produkt passen muss, sondern auch zum Prozess“, so Norbert Hager von der Schumacher Packaging Gruppe. Er rät: "Als Online-Händler sollten Sie Ihre Verpackungen natürlich entsprechend nach Größe, Gewicht und Empfindlichkeit der Produkte auswählen und Aspekte wie Volumennutzungsgrad und Schutz vor Transportschäden im Blick haben. Aber vergessen Sie nicht, auch Abpackprozesse, Stückzahlen und Handling-Anforderungen zu durchdenken. Bereits eine Verpackung mit Adhäsionsverschluss etwa kann für viele Webseller, bei denen manuelle Verpackungsprozesse unvermeidbar sind, Zeit und Geld sparen."




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