bevh-Studie
31.10.2014, 08:37 Uhr

Online-Marktplätze verlieren an Umsatz

Nach einem überraschenden Rückgang wächst der Online- und Versandhandel im dritten Quartal wieder - allerdings nur um zwei Prozent. Der Umsatz der Online-Marktplätze ging dagegen deutlich zurück.
(Quelle: Shopping.com/Goodluz)
Von Juli bis September 2014 erzielte die Branche der Online- und Versandhändler einen Umsatz von rund 11,9 Milliarden Euro, zwei Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Davon wurden Waren im Wert von 9,8 Milliarden Euro online bestellt, was einem Anteil von 82,2 Prozent entspricht (drittes Quartal 2013: 83,4 Prozent). Der Umsatz mit digitalen Dienstleistungen ging um 15 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurück. Das ergab die Untersuchung "Interaktiver Handel in Deutschland" des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz bei gewohnt starken Warengruppen wie Bekleidung (2,8 Milliarden Euro; plus 2,5 Prozent) und Unterhaltungselektronik (1,2 Milliarden Euro; plus 23,6 Prozent). Obwohl nach wie vor unter den drei stärksten Warengruppen, geht der Umsatz mit Büchern weiter zurück (1,0 Milliarden Euro, minus 21,7 Prozent). Einen spannenden Aufwärtstrend hingegen kann das Segment Möbel & Dekoration vorweisen, aber auch bei Computer- und Handy-Zubehör sind deutliche Zuwächse zu verzeichnen.

Der schon länger zu beobachtende Trend setzt sich weiter fort: Immer mehr Händler setzen auf die Mehrkanalstrategie. Analysiert nach Versendertypen fällt der größte Umsatzanteil mit 5,3 Milliarden Euro zwar nach wie vor auf die Online-Marktplätze - jedoch mit rückläufiger Entwicklung (minus 20,1 Prozent). Die Multi-Channel-Versender konnten weiter deutlich aufholen und erwirtschafteten 4,4 Milliarden Euro (plus 27,2 Prozent). Im Jahresverlauf 2014 zeigt sich damit eine klare Entwicklung. Lagen im letzten Jahr die Umsätze der Online-Marktplätze immer deutlich vor denen der Multichannelversender, so nähern sich die Kanäle jetzt immer weiter an.

Jahresprognose

Das deutlich gedämpfte Konsumklima im Jahresverlauf bekam auch die Branche des Interaktiven Handels zu spüren. Der bevh sieht in seiner aktualisierten Jahresprognose für 2014 nur noch ein einstelliges Wachstum, das jedoch über dem Wachstum des Einzelhandels insgesamt liegen wird. "Der interaktive Handel hat sich einen so hohen Anteil am Einzelhandel erarbeitet, dass konjunkturelle Schwankungen das langfristige Wachstum überlagern", so Gero Furchheim, Präsident des bevh. "Über den Grad des weiteren Wachstums entscheidet neben dem konjunkturellen Umfeld vor allem, wann neue Angebote bislang wenig versandhandelsaffiner Branchen wie Lebensmittel und Möbel breite Konsumentenschichten überzeugen."
Im zweiten Quartal 2014 erzielte die Branche der Online- und Versandhändler einen Umsatz von 11 Milliarden Euro, 6,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die Untersuchung "Interaktiver Handel in Deutschland" wird in diesem Jahr zum zweiten Mal im aktualisierten Studiendesign vom Marktforschungsinstitut GIM-Gesellschaft für innovative Marktforschung im Auftrag des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) durchgeführt. Dafür werden rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter von über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2014 telefonisch und per Online-Fragebogen zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (etwa im Bereich Downloads oder Ticketing) befragt.

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