Marktplatz-Händler
18.12.2014, 14:00 Uhr

Ärger um Lieferzeitangaben bei Amazon

Bei den Marktplatz-Händlern auf Amazon sind teilweise Informationen darüber verschwunden, ob noch rechtzeitig vor Weihnachten geliefert werden kann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zitterpartie: Kommt die Amazon-Bestellung noch pünktlich?
(Quelle: Amazon)
Deutsche Marktplatz-Händler auf Amazon sind empört: Pünktlich zum Weihnachtsendspurt scheint der E-Commerce-Riese seine Handelspartner durch unklare Zustellinformationen auszubremsen. "Bin ich blind oder ist es bei euch auch so, dass die Lieferzeit bezüglich Lieferung vor oder Weihnachten nicht immer angezeigt wird", fragte ein Mitglied auf dem Amazon Seller Forum. Die Antwort der Community erfolgte prompt: "Nach meiner Vermutung manipuliert Amazon diese Nachrichten", antwortete ein weiteres Mitglied stellvertretend für andere. "Damit sollen Kunden gelenkt werden hin zu der Direktbestellung bei Amazon selbst."
Ein anderer kommentiert: "Es ist jedes Weihnachten das Gleiche. Amazon geht von dem letzten fristgerechten Liefertermin aus, rechnet noch die Zeit bis zum Versand dazu, dann noch die Wochenenden und kommt dann auf zirka zehn bis zwölf Tage. Also steht bei uns Marketplacer ab 12 Tage vor Weihnachten, dass die Lieferung Nicht bis zu Weihnachten beim Kunden sein kann.

Findige Amazon-Händler umgehen das Problem, indem sie in ihrem Shopnamen den Zusatz einfügen, dass Bestellungen bis zu einem gewissen Datum noch rechtzeitig vor Weihnachten ankommen. Doch scheint Amazon hier auf der Hut zu sein: "Das wurde mir leider sehr schnell verboten und ich musste es löschen", so ein Nutzer und dichtet frustriert:
"Alle Jahre wieder
kommt die Ama-Macht,
verspätet unserer Lieferzeiten,
damit der Kunde lieber bei Ama die Bestellung macht."

Dabei hatte Amazon seine Marktplatzpartner vorab darüber informiert, dass Händler, die bei ihren Artikeln die Mitteilung "Kommt vor Weihnachten an" angezeigt haben wollen, die Bearbeitungs- und Transportzeiten reduzieren oder Expressversand anbieten sollten. Dies scheint allerdings nur ein Lippenbekenntnis gewesen zu sein. Amazon selbst äußerte sich - wie üblich - auf eine Anfrage der Redaktion nicht zu den Vorgängen.
Erst jüngst zeigte übrigens eine Studie von PreisAnalytics,  dass Amazon Marketplace-Händler immer häufiger den Markt unterbieten und auf Amazon.de den günstigsten Preis stellen.

Jeder vierte Euro, der im Internet ausgegeben wird, rollt in den letzten Wochen vor Heiligabend über den virtuellen Ladentisch. Was die Webshopper damit anstellen, hat Gutscheine.de ermittelt.


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