Linguee
Die Suchmaschine für Begriffe und Übersetzungen

Frahling, Fink (re.) bieten
schnelle Übersetzungshilfe
im Internet
Linguee durchforstet mit der eigenen Suchmaschine übersetzte Texte im Web und bietet als Online-Wörterbuch Hilfe bei Millionen von Begriffen und Formulierungen.
Mathematiker und Physiker interessieren sich nicht für Sprache: Ein Vorurteil, das Gereon Frahling (33), promovierter Mathematiker und Unternehmer, schnell zu entkräften weiß. Mit seinem Freund Leonard Fink (33), einem Physiker, hat Frahling das Wörterbuch Linguee gegründet: „Unser Hintergrund ist die statistische Auswertung von großen Datenmengen und Suchmaschinentechnik“, erläutert Frahling – ein gefragtes Thema im Internet. Google warb um den Spezialisten, doch der kehrte dem Konzern den Rücken, um mit Fink innerhalb von zwei Jahren die Idee eines Web- Lexikons zu realisieren. Im Gegensatz zu Leo.org, das als Stiftung startete und mit der Sprachfertigkeit der Nutzer wuchs, setzten die Kölner auf Algorithmen und Statistiken.
Sie entwickelten eine Suche, die Übersetzungen durchforstet und Formulierungen herausfiltert, in denen ein Begriff verwendet wird. „Wir haben mehr Material als Leo.org, und wir bieten zusätzlich Satzbeispiele an, die andere übersetzt haben“, so Frahling. Die Suche bringt zum Begriff noch Formulierungsvorlagen. Danach hatten Frahling und Fink zuvor vergeblich im Web gesucht, als sie sich auf Englisch bewarben. Ein Jahr nach dem Online-Start 2009 hat Linguee 100 Millionen Begriffe in Deutsch-Englisch gesammelt, die zurzeit etwa fünf Millionen Nutzer im Monat nachschlagen. „Wir verdoppeln unsere Reichweite etwa alle drei Monate”, berichtet Frahling. Ähnlich wie bei Google bildet das eine gesunde Basis für die Vermarktung: „Linguee soll ein frei verfügbarer Dienst bleiben“, meint Frahling.
Eckdaten

Gereon Frahling, Leonard Fink
- Gründung: Nach etwa einem Jahr
Entwicklung Gründung der Linguee
GmbH, Online-Start der Suchmaschine
April 2009 - Geschäftsmodell: Werbevermarktung der
Suchergebnisse, Vermarktung von Übersetzungsdiensten
und -Tools. - Nutzerzahlen: aktuell vier Millionen
Unique User laut Google Analytics - Mitarbeiter: 2
- Finanziert: Entwicklung aus Erspartem,
verschiedene Business Angel, darunter
Jörg Rheinboldt (ehem. eBay Deutschland) - Sitz: Köln
„Auf Dauer wollen wir auch mit Zusatzdiensten für Übersetzer verdienen.“ Trotz großen Interesses bei Werbern arbeitet Linguee nicht profitabel: Die Kölner wollen in Sachen Übersetzung ein Google werden und arbeiten dafür an anderen Sprachen und damit auch an der Internationalisierung. Ein Grund, weshalb sich Frahling und Fink heute mehr mit Menschen, Bewerbern und Sprachen beschäftigen als mit Zahlen.
Empfohlen von: Eugen Russ, Florian Schweitzer
Urteil von Juror Eugen Russ: „Linguee ist die wohl beste Übersetzungshilfe seit Leo.org. Dank der Suchtechnik werden Übersetzungen besser und muttersprachlich exakter. Die Anwendung, die schon eine App bietet, ist nützlich und hat Potenzial.“
Urteil von Juror Florian Schweitzer: „Durch die bisherige virale Verbreitung wird Linguee schon monatlich mehr als fünf Millionen Mal angefragt. Der Nutzen schafft Wert.“
zurück zur Übersicht



















